Gericht stoppt Darlehen für kolumbianische Fluglinie Avianca

Ein Gericht in Kolumbien hat ein Darlehen der kolumbianischen Regierung von umgerechnet bis zu 310 Millionen Euro für die insolvente Fluggesellschaft Avianca gestoppt. Das Gericht stellte fest, dass es weder Klarheit über die Bedingungen gebe, unter denen das Darlehen gewährt worden sei, noch über die Garantien hinter diesem Darlehen, berichteten kolumbianische Medien am Freitagabend (Ortszeit). Avianca hatte wegen des massiven Umsatzrückgangs infolge der Corona-Krise im Mai Insolvenz angemeldet.
12.09.2020 18:58

Die Holding und mehrere Tochterunternehmen beantragten eigenen Angaben zufolge Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts. Wegen der Reisebeschränkungen in der Pandemie musste Avianca Mitte März seinen regulären Betrieb weitgehend einstellen. Die Rettungsaktion muss ohnehin noch von dem Richter, der in New York mit dem Fall betraut ist, bewertet und autorisiert werden.

Das Darlehen, mit dem der Betrieb aufrechterhalten werden sollte, ist in Kolumbien auf heftige Kritik gestossen, auch weil eine grosse Summe Geld an eine insolvente Fluggesellschaft gehen soll, während viele Menschen in dem südamerikanischen Land in der Corona-Pandemie finanzielle Unterstützung benötigen.

Avianca ist eine der wichtigsten Fluggesellschaften Lateinamerikas. Sie fliegt zahlreiche Ziele in der Region, in Nordamerika und Europa an. Zuletzt gab es auch eine Direktverbindung von Bogotá nach München. Die Vorgängerfirma von Avianca wurde 1919 als Kolumbianisch-Deutsche Gesellschaft für Lufttransporte von einem deutschen Auswanderer gegründet. Damit gilt Avianca als eine der ältesten Fluglinien der Welt./mfa/DP/fba

(AWP)