Gerichtshof soll laut Griechenland im Ägäis-Streit mit Ankara entscheiden

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hat im Streit mit der Türkei um Gebiete in der Ägäis mit Sanktionen gedroht und die Anrufung des Internationalen Gerichtshofs vorgeschlagen. Wenn Ankara bis zu einem EU-Sondergipfel am 24. und 25. September keine Vernunft annehme, hätten die EU-Regierungschefs "keine andere Option, als wirksame Sanktionen zu beschliessen", schrieb Mitsotakis in einem Beitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstag).
10.09.2020 08:55

Die Türkei sucht in von Griechenland und Zypern beanspruchten Seegebieten nach Erdgas und setzt dabei auch Kriegsschiffe ein. Mitsotakis warf Ankara nationalistische Propaganda, aggressiven Militarismus, den Kauf russischer Waffensysteme und Kriegsdrohungen vor. "Wir müssen anerkennen, dass vitale Interessen - strategische europäische Interessen - auf dem Spiel stehen", schrieb Mitsotakis. "Wenn Europa echten geopolitischen Einfluss ausüben will, kann es eine kriegslüsterne Türkei nicht einfach gewähren lassen." Die Türkei bedrohe die internationale Rechtsstaatlichkeit.

"Wir brauchen Dialog, aber nicht mit vorgehaltener Waffe", schrieb der Regierungschef. "Es gibt einen einfachen Ausweg." Die Türkei solle sich zurückziehen und an den Gesprächstisch zurückkehren. "Wir sprechen über unsere Differenzen. Und wir versuchen, ein Übereinkommen zu erreichen. Wenn wir das nicht können, lassen wir den Internationalen Gerichtshof entscheiden. Was hat Ankara schliesslich von der Herrschaft des Rechts zu befürchten?"/hn/DP/nas

(AWP)