Gesundheitskosten 2015 auf 783 CHF pro Kopf und Monat gestiegen

Die Gesundheitskosten in der Schweiz sind 2015 auf 77,8 Mrd CHF oder um 4,3% gewachsen. Pro Einwohnerin und Einwohner kosteten die Leistungen des Gesundheitswesens 783 CHF im Monat.
27.04.2017 11:49

Die Gesamtzunahme entspricht 3,2 Mrd CHF und liegt leicht über dem Fünfjahrestrend, wie das Bundesamt für Gesundheit (BSF) auf Grund von provisorischen Daten am Donnerstag meldete.

FAST 2 MRD AN SPITÄLER UND ÄRZTE

Gut zwei Drittel der Zunahme entfielen auf Mehrausgaben für Spitäler (plus 1 Mrd CHF), Arztpraxen (plus 0,9 Mrd) sowie auf sozialmedizinische Einrichtungen, etwa Alters- und Pflegeheime (plus 0,3 Mrd). Diese drei Leistungserbringer machen zusammen knapp 71% aller Gesundheitskosten aus.

Bei den Arztpraxen lag das Ausgabenwachstum leicht über dem Fünfjahrestrend, wie das BFS schrieb. Leicht unter dem Trend lagen dagegen lagen die Auslagen für Spitäler und die Heime.

Überdurchschnittlich war der Kostenanstieg aber für Labor und Rettung mit einer Zunahme von 9,3% und ambulante Leistungserbringer, soweit es nicht Ärzte und Zahnärzte waren (plus 9,1%). Diese Kategorien waren für 7,9% der Gesundheitsausgaben verantwortlich.

Gut ein Drittel aller Kosten, nämlich 35,3%, übernahmen die Krankenkassen über die obligatorische Grundversicherung. 28% trugen die Haushalte und für 18,2% der Kosten kam der Staat auf. Diese Anteile waren laut BFS seit dem Jahr 2010 immer etwa gleich gross.

219 CHF AUS EIGENER TASCHE

Pro Einwohner und Einwohnerin stiegen die Ausgaben gegenüber 2014 um 24 CHF auf 783 CHF im Monat. 219 CHF mussten dabei aus der eigenen Tasche bezahlt werden, 8 CHF mehr als im Vorjahr. Es waren vor allem Kosten für den Zahnarzt, Leistungen von Pflegeheimen sowie - über Selbstbehalt und Franchise - medizinische Behandlungen.

143 CHF trug der Staat an die Gesundheitsausgaben pro Kopf und Monat bei. Den Rest teilten sich Sozialversicherungen und Unfallversicherungen, Zusatzversicherungen und soziale Einrichtungen.

Das Wirtschaftswachstum war laut BFS im Jahr 2015 unterdurchschnittlich; das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nahm um 0,3% zu. Vor diesem Hintergrund stieg das Verhältnis der Gesundheitsausgaben zum BIP von 11,7 auf 12,1%.

METHODIK REVIDIERT

Die Aufstellung über die Gesundheitskosten und die Finanzierung der Ausgaben ist gemäss der Methodik der OECD vorgenommen worden. Damit soll gewährleistet sein, dass die Daten international vergleichbar sind.

Wegen einer Revision dieser Berechnungsmethodik wurden für 2014 um 4,6% oder 3,3 Mrd CHF höhere Ausgaben gegenüber der Vorversion errechnet. 70% dieser Veränderung sind auf neue Datenquellen zu Arztpraxen und den Einbezug von mehr Produkten aus dem Detailhandel zurückzuführen.

(AWP)