Gesundheitswesen - Bund und Kantone machen Druck auf Krankenkassen

Der Bund und die Kantone fordern, dass sich die Kosteneinsparungen nach dem Eingriff des Bundesrates in den Ärztetarif TARMED in den Krankenkassenprämien niederschlagen.
25.08.2017 12:12
Das Schweizer Gesundheitswesen leidet unter einem enormen Kostenanstieg.
Das Schweizer Gesundheitswesen leidet unter einem enormen Kostenanstieg.

Das teilten sie nach einem Treffen im Rahmen des Dialogs Nationale Gesundheitspolitik mit. Die Botschaft richtet sich an den Krankenkassen-Dachverband santésuisse, der die Erwartungen gedämpft hatte. Es müsse damit gerechnet werden, dass die Einsparungen tiefer ausfielen als erwartet, erklärte er. Santésuisse verwies dabei auf frühere Eingriffe in den Tarif. Spezialärztinnen und -ärzten hätten die tieferen Vergütungen damals mit mehr Behandlungen kompensiert.

Das wollen der Bund und die Kantone nicht akzeptieren: Sie seien sich einig, dass sich die Einsparungen in den Prämien 2018 niederschlagen müssten und nicht umgangen werden dürften, schreiben sie in einer Mitteilung vom Freitag.

Die Vertreter von Bund und Kantonen diskutierten auch andere Massnahmen zur Eindämmung des Kostenanstiegs im Gesundheitswesen. Sie sind sich einig, dass die ambulante Versorgung gefördert werden soll. Die Kantone lehnen eine einheitliche Finanzierung von ambulanten und stationären Leistungen ab, wie sie derzeit im Parlament diskutiert wird. Sie gehen gemäss der Mitteilung davon aus, dass damit Geld verschoben statt eingespart wird.

(AWP)