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«Gewinne realisieren und Cash halten»

Alex Hinder ist für die kommenden Monate für die Börsen negativ gestimmt. Im cash-Börsen-Talk nennt der Zürcher Vermögensverwalter Gründe, wieso den Aktienmärkten eine grössere Korrektur droht.
21.03.2014 01:00
Von Frédéric Papp
Alex Hinder, Gründer und CEO von Hinder Asset Management, im Börsen-Talk.
Bild: cash

Die jahrelange Hausse an den Börsen gerät ins Stocken. So steht der Swiss Market Index (SMI) aktuell in etwa gleich hoch wie zu Jahresbeginn, und der deutsche Aktienindex (Dax) notiert gar rund 3 Prozent schwächer. Und dies könnten erste Vorboten eines Gewitters sein.

"Eine Korrektur im SMI von gegen 15 Prozent in den kommenden Monaten liegt durchaus drin", sagt Alex Hinder, Gründer und CEO von Hinder Asset Management, im cash-Börsen-Talk. Den Zeitpunkt der Korrektur legt Hinder in die traditionell schwächeren Sommermonate. 

Hinder macht seine Prognose an diversen Faktoren fest. Zum einen liess die Expansion der Gewinnschätzungen der letzten Monate die Börsen deutlich ansteigen. Der Grossteil der Erwartungen sei nun aber eingepreist, so Hinder. Hinzu kommt: "Die Investoren sind eher über- als unterinvestiert. Steigt die Unsicherheit, werden Anleger Gewinne realisieren." Diese Unsicherheit wird laut dem Anlageprofi zunehmen.

Schwellenland-Probleme tauchen wieder auf

So rücken nach dem Abklingen der Krim-Krise die Probleme in den Schwellenländern wieder in den Fokus der Anleger. Hinder verweist auf starke innenpolitische Konflikte in Venezuela und Thailand oder auf den anhaltenden Zwist zwischen China und Japan. Für zusätzlich Aufregung sorge zudem die teils massive militärische Aufrüstung in den Schwellenländern.

In Anbetracht dieser Risikofaktoren ist der Anleger laut Hinder gut beraten, Gewinne zu realisieren und eine höhere Cashquote in Kauf zu nehmen, um nach erfolgter Korrektur wieder Positionen aufzubauen. "Eine grössere Korrektur ist nach der jahrelangen Börsenhausse sehr wahrscheinlich." 

Für Ende Jahr prognostiziert Hinder einen SMI-Punktestand auf dem aktuellen Niveau von 8260 Punkten.

Zyklische Werte abbauen

Vermögensverwalter Hinder empfiehlt, vor allem zyklische Branchen wie Technologie oder den Automobilsektor zu reduzieren. Er betrachtet eine Aktienquote bei einem ausgewogenen Depot von 38 Prozent als vernünftig.

Zudem rät Hinder Anlegern im aktuellen Börsenumfeld, das von vielen Unsicherheiten geprägt ist, eine taktische Vorgehensweise. Das heisst: Die Aktienquote situativ erhöht oder gesenkt werden. "Nach einer fünfjährigen Hausse ist die Strategie 'Buy-and-Hold' vorbei. Die Börsen sind keine Einbahnstrassen."

Im cash-Börsen-Talk übt Hinder Kritik an der Vorgehensweise der amerikanischen Notenbank Fed. Weiter äussert er sich über die Zinswende am kurzen Ende und zum Performanceunterschied des Schweizer Aktienmarktes im Vergleich zur deutschen und amerikanischen Börse.