Gewinneinbruch von über 13% bei der Post

(Ausführliche Fassung) - Der Gewinn der Post ist im letzten Jahr um über 13% gesunken. Nach 645 Mio CHF im Vorjahr resultierte 2016 noch ein Konzerngewinn von 558 Mio CHF. Als Hauptgründe gibt die Post rückläufige Briefmengen, den Margendruck im Logistikgeschäft sowie das Tiefzinsumfeld an.
09.03.2017 11:40

Auch das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) ging um 14% auf 704 Mio CHF zurück, wie dem am Donnerstag veröffentlichten Finanzbericht der Post zu entnehmen ist. Der Betriebsertrag sank leicht um 0,4% auf 8,19 Mrd CHF. Die Schweizerische Post spricht trotzdem von einem "insgesamt guten Resultat" in einem "zunehmend schwierigen Umfeld".

GEWINNEINBRUCH IM KOMMUNIKATIONSMARKT

Alle vier Märkte hätten zum positiven Betriebsergebnis beigetragen, hiess es. Doch im Kommunikationsmarkt mit den drei Segmenten Postmail, Swiss Post Solutions sowie Poststellen und Verkauf brach das Betriebsergebnis um 45% auf 144 Mio CHF geradezu ein.

Allein bei Postmail ging das Betriebsergebnis um 11,5% auf 317 Mio CHF zurück. Gemäss Medienmitteilung nahm die Zahl der adressierte Briefe um 3,8% ab und lag 2016 noch bei 2'089 Mio. Die Post habe diese Ertragsminderungen zum Teil mit "Effizienzmassnahmen und guten operativen Leistungen" kompensieren können.

Der Bereich Poststellen und Verkauf verzeichnete 2016 5,4% weniger Einzahlungen. Entsprechend stieg der Betriebsverlust von 110 Mio CHF im Vorjahr noch einmal um 75% auf 193 Mio CHF.

Der Druck auf das Kerngeschäft nehme "in starkem Mass" zu. Deshalb müsse sich die Post in den nächsten Jahren tiefgreifend transformieren und das Poststellennetz weiter umbauen, hiess es. Dabei werde sie auf "das Erfolgsmodell der Postfiliale mit Partner" und weiteren Zugangspunkten setzen.

MEHR KUNDENGELDER FÜR POSTFINANCE

Postlogistic verarbeitete im letzten Jahr 122 Mio Pakete, das sind 5,7% mehr als im Vorjahr. Trotzdem ging auch hier das Betriebsergebnis um 19% auf 117 Mio CHF zurück. Verantwortlich dafür sei der Druck auf die Margen, hiess es.

Die Finanztochter Postfinance hingegen konnte das Betriebsergebnis in der Sicht der Postkonzernrechnung um 18% auf 542 Mio CHF steigern, trotz "wachsender Herausforderungen wie "das anhaltende Negativzinsumfeld im Finanzmarkt und die digitale Transformation des Bankensektors".

Grund dafür seien Verkäufe von Aktienbeständen und einer Beteiligung. Nach einem Abfluss von 2,8 Mrd CHF im Vorjahr zog Postfinance im abgelaufenen neue Kundengelder in Höhe von 4,5 Mrd CHF an.

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(AWP)