Giovanni Tria - Italiens Finanzminister will Verschuldung durch mehr Wachstum abbauen

Italiens Finanzminister Giovanni Tria setzt beim Schuldenabbau auf ein höheres Wachstum.
01.10.2018 06:49
Giovanni Tria, parteiloser Minister für Wirtschaft und Finanzen in Italiens Regierung.
Giovanni Tria, parteiloser Minister für Wirtschaft und Finanzen in Italiens Regierung.
Bild: Bloomberg

Mehr Investitionen trieben die Wirtschaftsleistung stärker nach oben als noch im Frühjahr angenommen, sagte Tria der Zeitung "Il Sore 24 Ore" vom Sonntag. Deswegen werde die Staatsverschuldung bis 2021 auch auf 127 Prozent des Bruttoinlandsprodukts fallen von derzeit 131 Prozent. Die Europäische Kommission und die Finanzmärkte sollten beruhigt sein, sobald sie ein umfassendes Bild vom Haushalt für kommendes Jahr hätten, der am 20. Oktober vorgelegt werde. "Meine Hoffnung ist, dass die Ängste zurückgehen, wenn wir erklären, wie wir unser wichtigstes Ziel erreichen wollen, nämlich Wachstum", sagte Tria. Das Haushaltsdefizit sei "absolut keine Gefahr für Europa".

Die italienischen Regierungsparteien hatten vergangene Woche ein Haushaltsdefizit von 2,4 Prozent für 2019 angekündigt - das ist dreimal so viel wie die Vorgängerregierung geplant hatte. Luigi Di Maio, Vize-Ministerpräsident und Chef der populistischen 5-Sterne-Bewegung sagte, mit dem vorgeschlagenen Grundeinkommen werde die "Armut abgeschafft". An den Finanzmärkten sorgten die Pläne jedoch für Verunsicherung, vor allem Bankaktien gaben nach. Auch Italiens Präsident Sergio Mattarella und Notenbankchef Ignazio Visco riefen die Regierung zu Zurückhaltung bei der Verschuldung auf.

(Reuters)