Griechenland lockt InvestorenAlexis Tsipras: «Sie werden es nicht bereuen»

Nach sieben Jahren Schuldenkrise buhlt Griechenland wieder um das Vertrauen von Investoren.
11.09.2017 02:33
Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras.
Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras.
Bild: Bloomberg

Ministerpräsident Alexis Tsipras pries sein Land am Freitag vor führenden französischen Firmenvertretern als attraktive Anlagemöglichkeit an. Die heimische Wirtschaft könne mehr als zwei Prozent wachsen.

"Griechenland ist eine Gelegenheit, eine echte Gelegenheit", sagte der linksgerichtete Regierungschef vor der Delegation, die Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bei einem Athen-Besuch begleitete. "Sie werden Ihre Wahl nicht bereuen." Für die griechische Regierung habe es oberste Priorität, Investitionen ins Land zu locken.

Dieses ist seit 2010 von Hilfen der Euro-Partner abhängig. Im Gegenzug hat die Regierung in Athen Reformen auf den Weg gebracht, darunter Einschnitte im Renten- und Steuersystem. Im August 2018 läuft das dritte Rettungspaket im Umfang von bis zu 86 Milliarden Euro aus. Dann will sich Griechenland vollständig über den Kapitalmarkt refinanzieren. Einen erfolgreichen Testlauf gab es im Juli, als fünfjährige Staatsanleihen im Volumen von drei Milliarden Euro platziert wurden.

Derweil wirbt der griechische Zentralbankchef Yannis Stournaras für eine engere Zusammenarbeit der Euro-Länder. Die Währungsgemeinschaft solle reformiert und mit wirksamen Instrumenten für künftige Krisen gewappnet werden, schrieb das EZB-Ratsmitglied in einem am Samstag veröffentlichten Gastkommentar der Zeitung "Ta Nea".

Die Euro-Zone müsse gestärkt werden, weil die EZB nicht die einzige Institution mit Verantwortung für die Stabilität der Währungsgemeinschaft sein könne. Auch könne sie ihre ultralockere Geldpolitik nicht endlos fortsetzen. Gebraucht werde ein ehrgeiziger und zugleich realistischer Plan für eine engere finanzpolitische Verzahnung der Euro-Zone. Stournaras stellte sich zudem hinter den Vorstoß Deutschlands zur Einrichtung eines europäischen Währungsfonds.

(Reuters)