Griechenland will 2017 zurück an Kapitalmarkt

Griechenland kann nach Ansicht von Finanzminister Euklid Tsakalotos die mit den internationalen Geldgebern vereinbarten Sparziele ohne weitere Haushaltskürzungen erfüllen.
23.07.2016 16:34
Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos.
Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos.
Bild: Bloomberg

Die Ziele für den Primärüberschuss bis 2018 seien realistisch, sagte der Ressortchef der Zeitung "Efimerida Ton Syntakton" (Samstagausgabe). Daher müsse es nicht zu pauschalen Ausgabenkürzungen kommen. Tsakalotos kündigte an, dass Griechenland in einem Jahr versuchen werde, sich wieder auf dem Kapitalmarkt Geld zu leihen. Es werde im Sommer 2017 einen ersten Test geben. "Das ist erreichbar."

Die Regierung in Athen hat sich im Rahmen des 86 Milliarden Euro schweren Rettungspaketes verpflichtet, im Jahr 2018 einen Primärüberschuss - also unter Herausrechnung des Schuldendienstes - von 3,5 Prozent im Vergleich zur Wirtschaftsleistung zu erzielen. Im laufenden Jahr liegt das Ziel bei 0,5 Prozent.

Griechen sollen unbeschränkt Geld abheben können

Wer in Griechenland bislang zu Hause gehortetes Geld auf sein Konto einzahlt, kann ab sofort in beliebiger Höhe wieder darüber verfügen. Wer in Griechenland bislang zu Hause gehortetes Geld auf sein Konto einzahlt, kann ab sofort in beliebiger Höhe wieder darüber verfügen. Die entsprechenden Änderungen des Gesetzes wurden am Freitag vom griechischen Finanzminister, Euklid Tsakalotos, per Ministerialerlass in die Wege geleitet. Das entsprechende Dokument lag der Deutschen Presse-Agentur vor.

Griechenland hatte Ende Juni 2015 Kapitalverkehrskontrollen eingeführt, um sein Finanzsystem zu stabilisieren und seinen angeschlagenen Banken etwas Luft zu verschaffen. Unter anderem können griechische Reisende höchstens 2000 Euro Bargeld mitnehmen. Wöchentlich können sie höchstens 420 Euro von ihren Konten abheben.

Die Überweisung von Geldern für den Import von Waren muss von den Banken genehmigt werden. Die griechische Finanzpresse schätzt, dass Geld im Volumen von 20 bis 30 Milliarden Euro gehortet wird. Athen wäre zufrieden, wenn drei bis vier Milliarden Euro zurück zu den Banken kommen, hiess es.

Bereits vor wenigen Tagen hatte der Chef der griechischen Zentralbank (Bank of Greece), Ioannis Stournaras, in der Athener Zeitung "I Avgi" angekündigt: "Wir werden das Geld, das unter Matratzen gehortet ist (sozusagen) befreien."

(AWP)