Griechische Bauern blockieren Autobahn - gegen mehr Rentenbeiträge

Athen (awp/sda/dpa) - Im Protest gegen die geplante Rentenreform haben griechische Landwirte am Samstag die wichtigste Verkehrsader des Landes gesperrt. Die Autobahn Athen-Thessaloniki wurde ab Mittag nahe der mittelgriechischen Stadt Lárissa mit Traktoren blockiert.
06.02.2016 14:58

Die Aktion solle 24 Stunden dauern, sagte ein Sprecher der Landwirte im griechische Fernsehen. Auch Ausweichstrecken sollen gesperrt werden. Am Abend wollten die Bauernverbände darüber entscheiden, ob sie ab Montag an insgesamt 62 Stellen die Strassen für unbestimmte Zeit blockieren.

Betroffen sind davon nicht nur die Griechen: Das Nachbarland Bulgarien leidet ebenfalls unter den bereits Wochen andauernden Strassensperren. Die Lastwagen stauen sich an den Grenzübergängen zu Griechenland kilometerlang. Augenzeugen schätzten, dass allein auf der griechischen Seite der Grenze ein 25 Kilometer langer Lastwagenstau gebildet habe.

Als Zeichen des guten Willens öffneten die Landwirte am Samstagmorgen einen anderen Grenzübergang zu Bulgarien bei Exochi-Ilinden. Gegen Mittag wurde er wieder geschlossen. Am Vortag hatten sie einige Lastwagen bei Promachon-Kulata passieren lassen.

Die Landwirte wehren sich gegen harte Einschnitte bei ihren Einkommen im Zuge der Rentenreform. So sollen sich unter anderem ihre Rentenbeiträge schrittweise von 7 Prozent auf 20 Prozent fast verdreifachen.

Auch viele Freischaffende protestieren. Die Rechtsanwälte streiken seit fast zwei Wochen. Sie würden ab Montag für weitere fünf Tage nicht an den Gerichtsverhandlungen teilnehmen, teilte ihr Verband am Samstag mit. Auch bei ihnen sollen die Zahlungen in die Pensionskassen drastisch erhöht werden.

(AWP)