Griechische Medien: Berlin zeigt Athen die kalte Schulter

ATHEN (awp international) - Als enttäuschend werteten griechische Medien am Samstag den Besuch von Ministerpräsident Alexis Tsipras bei Bundeskanzlerin Angela Merkel am Vortag. Eine "Rückkehr zur Kälte" verzeichnete die Athener Zeitung "Ta Nea". Angesichts der im kommenden Jahr anstehenden Bundestagswahl halte sich Berlin mit Unterstützung für Griechenland zurück. Auch die konservative Zeitung "Kathimerini" sprach von einer neuen Eiszeit: Berlin habe Athen die kalte Schulter gezeigt, was eine zügige Einigung mit den Gläubigern und weitere Hilfszahlungen betreffe.
17.12.2016 18:14

"Wenn Athen erwartet hatte, seitens der Kanzlerin auch nur einen Hauch von Kritik gegenüber (der harten Haltung von) Finanzminister Wolfgang Schäuble zu hören, so wurde man enttäuscht", schrieb die "Kathimerini". Die Kanzlerin habe vielmehr schnell deutlich gemacht, dass sie sich nicht zum Kurs der griechischen Regierung und der internationalen Gläubiger äussern werde.

Alexis Tsipras wollte in Berlin für die Unterstützung seines Reformkurses werben. Im gemeinsamen Statement vor dem Gespräch thematisierte die Kanzlerin jedoch vor allem die Flüchtlingskrise; damit dürfe Griechenland nicht allein gelassen werden, deshalb werbe man immer wieder für eine faire Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU, sagte Merkel am Freitag in Berlin./axa/DP/zb

(AWP)