Grossbanken - Berlin spielt Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank durch

Das deutsche Bundesfinanzministerium ist einem Magazinbericht zufolge bereit, einen Zusammenschluss der Deutschen Bank und der Commerzbank zu orchestrieren.
08.12.2018 00:00
Gebäude der Commerzbank in Frankfurt.
Gebäude der Commerzbank in Frankfurt.
Bild: cash

Angesichts der schweren Krise der beiden Institute sei in den vergangenen Monaten über verschiedene Szenarien gesprochen worden, berichtete das Magazin "Focus" vorab. Das Finanzministerium und die Banken lehnten eine Stellungnahme ab.

Bereits vor Monaten hatten Insider der Nachrichtenagentur Reuters gesagt, dass ein Zusammengehen der beiden Institute eine Option sei, die im Finanzministerium des Sozialdemokraten Olaf Scholz erwogen werde. Dem "Focus" zufolge könnte der Bund zeitlich befristet auf etwa fünf Jahre bei der Deutschen Bank einsteigen und als grösster Aktionär beider Häuser die Verschmelzung über einen Aktientausch vorantreiben. An der Commerzbank hält der Bund bereits gut 15 Prozent.

Ein zweites Szenario sehe vor, dass sich die Deutsche Bank von Investoren wie etwa heimischen Industriekonzernen und möglicherweise vom Bund Geld für die Übernahme der Commerzbank besorgt. Zudem sei im Finanzministerium auch die Gründung einer Holding diskutiert worden, in die Deutsche Bank und Commerzbank statt eines Aktientauschs ihre Papiere einbringen und darüber verschmolzen werden könnten.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing hat wiederholt erklärt, eine Fusion sei in den nächsten zwölf bis 18 Monaten kein Thema. Zunächst müsse die Bank ihre eigenen Hausaufgaben machen. In der vergangenen Woche war die Aktie des Geldhauses belastet durch den Danske-Skandal und eine Geldwäsche-Razzia im Zusammenhang mit den "Panama-Papers"-Enthüllungen auf ein Rekordtief gefallen. Seit Jahresbeginn haben die Papiere von Deutschlands grösstem Geldhaus mehr als die Hälfte ihres Werts verloren. Die Aktien der Commerzbank stehen kaum besser da.

(Reuters)