Grossbritannien - Immer mehr britische Firmen setzen Brexit-Notfallpläne um

Die britische Industrie fordert von Premierministerin Theresa May rasch Klarheit über die Details des anstehenden EU-Austritts.
21.10.2018 11:12
Blick auf das Finanzzentrum von London.
Blick auf das Finanzzentrum von London.
Bild: cash

Die Unternehmen hätten sich seit dem Brexit-Referendum von Mitte 2016 trotz der Unsicherheit erstaunlich widerstandsfähig gezeigt, sagte die Generaldirektorin des Industrieverbands CBI, Carolyn Fairbairn. "Aber die Geduld ist jetzt aufgebraucht."

Bis Dezember müsse es ein Verhandlungsergebnis zu den künftigen wirtschaftlichen Beziehungen geben. "Die Botschaft an die Politiker auf allen Seiten ist: Eure Handlungen werden Generationen prägen."

Der Verband, der zwischen dem 19. September und 8. Oktober 236 Konzerne befragt hat, ist für möglichst enge Beziehungen zur EU nach dem geplanten Brexit Ende März 2019. Sollte es keine Klarheit geben, planten 39 Prozent der Firmen, bis November Notfallmassnahmen in Kraft zu setzen. Dazu gehörten Entlassungen und Anpassungen in den Lieferketten zulasten Grossbritanniens. Weitere 24 Prozent der Unternehmen wollten dies bis Dezember machen. Bei 19 Prozent seien solche Massnahmen bereits eingeleitet worden.

Auch ausserhalb Grossbritanniens pocht die Wirtschaft auf Planungssicherheit. Die Unternehmen fürchten einen Chaos-Brexit, wenn wichtige Fragen ungeklärt bleiben.

(AWP)