Grossbritannien - Londoner Hauspreise von allen Seiten unter Druck

Der Londoner Markt für Wohnimmobilien zeigt deutliche Schwächezeichen. Neben dem Brexit sind dafür noch andere Faktoren zuständig.
11.11.2017 19:10
Blick von der St. Paul's Cathedral auf Teile der City of London.
Blick von der St. Paul's Cathedral auf Teile der City of London.
Bild: Pixabay

Eine Umfrage der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) zeigte, dass ein Preisbarometer auf dem niedrigsten Stand seit sieben Jahren und weit unter dem nationalen Durchschnitt liegt. Immobilienmakler sind in Bezug auf den Markt der britischen Hauptstadt pessimistischer als bei jeder anderen Region des Landes. Die Umfrageteilnehmer verwiesen auf eine machtvolle Mischung aus Sorgen, darunter Brexit-Unsicherheiten, die Zinserhöhung der Bank of England und der Haushalt der Regierung später in diesem Monat.

Es gibt auch Anzeichen dafür, dass sich die Schwäche der Hauptstadt ausbreitet - die meisten Regionen des Vereinigten Königreichs verzeichneten im Oktober einen Rückgang bei den Verkäufen. Zudem ist ein nationales Preisbarometer auf nahezu null gesunken, was auf stagnierende Preise hindeutet.

Nachfolgend einige Kommentare der von RICS befragten Makler zu London:

Kollaps des Käuferinteresses

"Bei uns registrieren sich normalerweise Käufer, die vor Weihnachten umziehen möchten", sagte Alan Fuller von Allan Fuller Estate Agents in Putney. "Bisher haben wir 80 Prozent weniger registriert als normal im Oktober. Verkäufer sind empfänglicher für Preisnachlässe, und einige stimmen einer Reduzierung um 10 Prozent zu, die dann auf Interesse stösst."

Absturz in Ost-London?

"Der Markt für Verkäufe hat sich dramatisch verändert und ist auf der ganzen Linie technisch zusammengebrochen", sagte Josh Homans. "In E2 liegt der Unterschied zwischen Angebots- und Verkaufspreis bei erstaunlichen 20 Prozent."

Begrenzte Transaktionen

"Im Oktober sahen wir, dass Käufer stärker vorbereitet sind, Angebote zu machen - viele auf einem Niveau, dass Anbieter (die nicht unter Druck stehen) nicht bereit zu akzeptieren sind, was Wert der Transaktionen begrenzt", sagte Robert Green von John D Wood in Chelsea.

Brexit-Unsicherheit

"Der Markt passt sich langsam an die höhere Stempelsteuer an", sagte Christopher Ames von Ames Belgravia, "hat aber immer noch nicht die Brexit-Unsicherheit bewältigt."

10 Prozent runter

"Der Markt bleibt aktiv bei bis zu 1,5 Millionen Pfund, während bei Angeboten über 2 Millionen Pfund die Nachfrage rund 10 Prozent unter dem Angebotspreis liegt", sagte JJ King bei Andrew Scott Robertson im Stadtteil Merton. "Die Niveaus schwächen sich ab, obwohl die Bewertungen nach oben gehen."

Luxushäuser

"Der Londoner Prime-Markt zeigt Anzeichen, wieder an Schwung zu gewinnen", sagte James Crawford von Knight Frank. Simon Aldous von Savills stimmte nicht zu und sagte, dass sich die Preise in den besten Bezirken weiter abschwächen, mit den grössten Rückgängen am obersten Ende des Marktes.

Verhaltene Nachfrage

"Die Brexit-Unsicherheit und die Stempelsteuer dämpfen weiterhin die Marktaktivität", sagte James Gubbins von Dauntons in Pimlico.

Terry Osborne von Tuckerman Residential in der SW1-Postleitzahl war mit der Zusammenfassung des Marktes in einem Wort noch prägnanter: "Brexit".

(Bloomberg)