Grossbritannien will vor Brexit von CETA profitieren

Grossbritannien will vor dem Ausscheiden aus der EU das Freihandelsabkommen CETA zwischen der EU und Kanada dazu nutzen, die Handelsbeziehungen zu dem Land zu verbessern. Handelsminister Liam Fox sagte im kanadischen Montréal, solange Grossbritannien EU-Mitglied sei, werde die Regierung in London die "vollständige Ratifizierung" von CETA unterstützen.
28.01.2017 12:10

Auch wenn die Parlamente der EU-Mitgliedstaaten dem CETA-Abkommen bis zum Brexit nicht zugestimmt haben sollten, wäre das Abkommen ein guter Ausgangspunkt für die künftige gute Zusammenarbeit zwischen London und Ottawa, sagte Fox am Freitag in einer Rede.

Er warnte zugleich vor dem "weltweit zunehmendem Protektionismus" und erinnerte daran, dass Grossbritannien mit seinen Verbündeten wie Kanada daran arbeite, "gefährliche Zollschranken" abzubauen. Die Dreierallianz zwischen Kanada, den USA und Grossbritannien sei wichtig "nicht nur für den eigenen Wohlstand, sondern auch für die Stabilität einer auf Freihandel beruhenden Weltwirtschaft".

Die EU und Kanada hatten das Freihandelsabkommen CETA im vergangenen Oktober formal unterzeichnet. Damit das Abkommen vollständig rechtskräftig wird, müssen aber noch die nationalen Parlamente der 28 EU-Mitgliedstaaten ihre Zustimmung geben.

Da Grossbritannien mit dem Brexit nicht nur die EU, sondern auch den europäischen Binnenmarkt verlassen will, ist das Land künftig verstärkt auf Handelspartner ausserhalb der EU angewiesen. Premierministerin Theresa May hatte am Freitag bei einem Besuch beim neuen US-Präsidenten Donald Trump für ein von London angestrebtes bilaterales Handelsabkommen mit den USA geworben.

(AWP)