Grossbritanniens Wirtschaft wächst laut IWF schneller als erwartet

Am Tag der Ankündigung einer Neuwahl in Grossbritannien hat der Internationale Währungsfonds seine Wachstumsprognose für das Vereinigte Königreich nach oben korrigiert. Damit sind praktisch alle Korrekturen, die der IWF wegen der Risiken des Brexit-Votums vorgenommen hat, wieder aufgehoben. "Wir haben den befürchteten steilen Abfall von Konsumverhalten nicht gesehen", sagte IWF-Chefvolkswirt Maury Obstfeld am Dienstag in Washington.
18.04.2017 17:44

Der Prognose zufolge wird Grossbritanniens Wirtschaft im laufenden Jahr um zwei Prozent wachsen. Dies ist ein halber Prozentpunkt mehr, als der IWF noch im Januar vorhergesehen hatte und fast ein Prozentpunkt mehr als in der Prognose vom Oktober vergangenen Jahres. Damit würde die Wirtschaft des Königreichs in diesem Jahr auch schneller als die der anderen grossen EU-Volkswirtschaften Deutschland, Frankreich und Italien sowie schneller als der Durchschnitt der Euro-Zone wachsen. Im nächsten Jahr sieht der IWF für Grossbritannien allerdings nur noch 1,5 Prozent Wachstum.

Das Wachstum sei vor allem auf privaten Konsum gestützt, sagte Obstfeld. Die IWF-Experten erwarten, dass sich dies zugunsten einer höheren Sparquote bald ändern werde. Zudem unterliege Grossbritannien dem Risiko, dass im Zuge des Brexit wichtige Institutionen des Londoner Finanzplatzes an andere Orte in Europa wechseln. "Das würde das Wirtschaftsverhalten und die Steuereinnahmen beeinflussen", sagte Obstfeld./dm/DP/mis

(AWP)