Grosse Unternehmen der G7-Staaten nicht auf Kurs zum 1,5-Grad-Ziel

Die grössten Unternehmen der reichen Industrienationen sind weit davon entfernt, mit ihren derzeitigen Klimazielen zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels beizutragen. Das ist das zentrale Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten Auswertung der Science Based Targets Initiative und des Carbon Disclosure Projects (CDP) in London, die sich für mehr Transparenz über das Handeln verschiedener Akteure in Sachen Klimaschutz einsetzen.
10.06.2021 06:35

"Der Kollaps des Klimas und der Umwelt ist die grösste gesundheitliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung unserer Zeit. Diese Herausforderung erfordert sofortiges Handeln von den grössten Unternehmen der Welt", sagte Alberto Carrillo Pineda, Vertreter beider Organisationen, laut einer Mitteilung.

Für die Auswertung ist untersucht worden, ob die in den jeweils grössten Aktienindizes vertretenen Unternehmen der Industrienationen, die sich am Wochenende zum G7-Gipfel im englischen Cornwall treffen, mit ihren aktuell ausgegebenen Klimazielen auf das im Paris-Abkommen festgehaltene Ziel einer Erderwärmung von maximal 1,5 Grad zusteuern oder nicht.

Dies ist demnach in keinem der Staaten der Fall. Im Durchschnitt steuerten die in den Indizes vertretenen Konzerne bis zum Ende des Jahrhunderts auf eine Erderwärmung von knapp drei Grad zu. Der Dax steht von den sieben Staaten noch am besten da, ist mit 2,2 Grad aber trotzdem noch weit vom 1,5 Grad-Ziel entfernt. Am schlechtesten schneiden die Aktienindizes von Grossbritannien und Kanada ab, deren Unternehmen auf eine Erderwärmung von 3,1 Grad zusteuern. Neben den genannten Staaten gehören noch die USA, Frankreich, Japan und Italien zur Gruppe der G7.

Auf Unternehmen bezogen hat der Auswertung zufolge nur knapp jedes fünfte Unternehmen überhaupt Klimaziele, die mit dem Abkommen von Paris übereinstimmen. Ambitioniertere Klimaziele stehen bei dem G7-Gipfel als eines der grossen Themen auf der Agenda. Vor der Weltklimakonferenz COP26 im schottischen Glasgow im November sind Regierungen in aller Welt aufgerufen, ihre Anstrengungen zu verstärken. Dis bislang verabschiedeten Massnahmen reichen Berechnungen zufolge bei weitem nicht aus, um das angestrebte Ziel zu erreichen./swe/DP/zb

(AWP)