Grünes Licht für hochalpines Solarkraftwerk in St. Antönien GR

Zwei Jahre nach dem Scheitern eines ersten Projektes hat es im zweiten Anlauf geklappt: Über dem Prättigauer Bergdorf St. Antönien kann an Lawinenverbauungen ein Solarkraftwerk gebaut werden. Die Gemeindeversammlung gab dem Vorhaben am Freitagabend grünes Licht.
24.06.2017 10:23

Die Stimmberechtigten von Luzein, zu dem St. Antönien gehört, bewilligten am Freitagabend die notwendige Änderung des kommunalen Baugesetzes mit 83 Stimmen oppositionslos. Sie folgten damit dem Gemeindevorstand, der das Vorhaben befürwortet hatte.

Bauen wollen das Solarkraftwerk die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ). Die Anlage an den Lawinenverbauungen am Chüenihorn soll bis zu zwei Megawatt elektrischer Leistung ins Stromnetz einspeisen. Gerechnet wird mit einer Produktionsleistung von drei Gigawattstunden pro Jahr. Das entspricht dem Stromverbrauch von 660 durchschnittlichen Vierpersonenhaushalten.

Standort bietet viele Vorteile

Der Standort bietet laut den EKZ grosse Vorteile. Für die Stromproduktion kann bereits bebautes Gebiet genutzt werden, ohne die Lawinenverbauung in ihrer Funktion zu beeinträchtigen. Zudem wird die Sonneneinstrahlung kaum durch Nebel gestört. Die Lichtreflexion des Schnees steigert die Produktionsleistung während des Winters zusätzlich.

Anders als beim alten Projekt sollen die 850 so genannten Solarwings nun nicht an den Lawinenverbauungen selber, sondern über den Verbauungen an einer Seilkonstruktion montiert werden. Um die Leistung der geplanten Anlage zusätzlich zu steigern, werden die Module mit einem Steuerseil dem Sonnenstand nachgeführt.

ra/

(AWP)