Handelsstreit: Südkorea verschärft Kontrollen für Export nach Japan

Im Handelsstreit mit Japan hat Südkorea ebenfalls schärfere Kontrollen für den Export "strategischer Güter" in das Nachbarland eingeführt. Am Mittwoch trat nach Angaben des Handelsministeriums ein neues System in Kraft, in dem Japan aus der Gruppe von bevorzugten Handelspartnern fällt, für die unter anderem ein beschleunigtes Exportverfahren gilt. Südkorea reagiert mit dem zuvor angekündigten Schritt auf eine ähnliche Massnahme Japans.
18.09.2019 06:37

Nach der neuen Regelung müssen jetzt südkoreanische Unternehmen mehr Dokumente als zuvor einreichen, wenn sie "strategische Güter" nach Japan exportieren wollen. Zudem verzögert sich das Verfahren zur Exportgenehmigung.

Der Handelsstreit zwischen den beiden wichtigen Verbündeten der USA hatte sich an Tokios Beschluss im Juli entzündet, striktere Kontrollen für den Export von Materialien zur Chip- und Display-Produktion nach Südkorea zu verhängen. Hintergrund ist ein Disput über die Entschädigung koreanischer Zwangsarbeiter während Japans Kolonialherrschaft (1910 bis 1945).

Der Oberste Gerichtshof in Südkorea hatte im vergangenen Jahr zwei japanische Konzerne angewiesen, Schadenersatz an ehemalige Zwangsarbeiter zu zahlen. Tokio sieht das Thema Entschädigung durch einen bilateralen Vertrag von 1965 als abgeschlossen an.

Japan hatte Südkorea im August von der sogenannten "weissen Liste" bevorzugter Handelspartner gestrichen. Südkorea hatte mit Vergeltung gedroht. Zudem beendete Seoul zuletzt ein Geheimdienstabkommen mit Tokio und brachte den Disput um die strengeren Exportkontrollen durch Japan vor die Welthandelsorganisation WTO./dg/DP/zb

(AWP)