Herstellung von Emmentaler AOP soll eingeschränkt werden

Bern (awp/sda) - Um den Preis für den Emmentaler AOP zu schützen, will die Branchenorganisation Emmentaler Switzerland (ES) die Produktion auch in Käsereien begrenzen, die ihr nicht angeschlossen sind. Wie das Bundesamt für Landwirtschaft mitteilt, hat sie das Begehren der ES heute veröffentlicht.
06.09.2016 16:48

Die Branchenorganisation legt monatlich fest, wie viel Emmentaler AOP die Käsereien herstellen dürfen. Das Label AOP steht für "Geschützte Ursprungsbezeichnung". ES-Mitglieder müssen sich ohnehin an die Vorgaben halten, aber nun soll der Bundesrat diese auch für Nichtmitglieder für bindend erklären. Die Vernehmlassung läuft bis zum 7. Oktober.

Der Bundesrat hat die sogenannte Mengensteuerung für den Emmentaler AOP bereits einmal auf Nichtmitglieder ausgedehnt. Zwei Jahre lang, vom 1. Juli 2013 bis zum 30. Juni 2015, kontrollierte die ES die Produktion des Käses.

Hintergrund ist ein Käse-Konflikt aus dem Jahr 2011. Damals scheiterte das Vorhaben, alle beteiligten Milchproduzenten, Käsehersteller und -händler eine Emmentaler Käse-Charta unterzeichnen zu lassen. Diese Charta hätte Qualitätskriterien sowie Bedingungen für Produktion und Vermarktung des Emmentalers AOP festlegen sollen.

95% der Produzenten unterzeichneten sie. Doch weil nur 50 statt wie benötigt 100% der Händler ihrem Beispiel folgten, scheiterte der Zusammenschluss der Branche. Die freien Käsereien produzierten weiterhin ohne Mengenbegrenzung und 2012 hob Emmentaler Switzerland die Mengensteuerung für ihre Mitglieder auf. Weil darauf in kurzer Zeit der Markt mit dem grosslöchrigen Käse überschwemmt wurde und die Preise einbrachen, führte die ES innerhalb ihrer Organisation die Begrenzung nach zwei Monaten wieder ein.

Schweizer Emmentaler Käse ist seit rund zehn Jahren im AOP-Register eingetragen. Um ihren Käse Emmentaler AOP nennen zu dürfen, müssen sich Käsereien an ein Pflichtenheft für die Herstellung halten.

cp/

(AWP)