Hillary Clinton liegt bei Umfragen vorne

Die Demokratin Hillary Clinton würde einer Reuters/Ipsos-Studie zufolge beim jetzigen Stand der Umfragen mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent das nächste Staatsoberhaupt der USA.
25.08.2016 06:45
Hillary Clinton in einer Aufnahme aus dem Jahr 2013.
Hillary Clinton in einer Aufnahme aus dem Jahr 2013.
Bild: Bloomberg

Nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Projekts States of the Nation liegt die ehemalige Außenministerin nicht nur sechs Prozentpunkte vor ihrem republikanischen Rivalen Donald Trump. Sie würde dabei auch Siege in den wichtigen Bundesstaaten Florida, Ohio und Virginia einfahren. Gegenwärtig hat Clinton demnach mindestens 268 Stimmen im Wahlmännerkollegium sicher, nur zwei weniger als sie zum Sieg benötigt. Trump kann bislang auf mindestens 179 Stimmen in dem Gremium zählen, dessen Mitglieder die Mehrheitsverhältnisse in den einzelnen Bundesstaaten abbilden.

Das Projekt beruht auf einer wöchentlichen Online-Befragung von etwa 16.000 Menschen und berücksichtigt unter anderem demografische Faktoren, Parteizugehörigkeit und die Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Stimmabgabe. Auf dieser Grundlage werden dann mehr als 25 Millionen Computersimulationen durchgespielt, um den wahrscheinlichsten Ausgang der Abstimmung am 8. November zu ermitteln.

Allerdings weisen Experten darauf hin, dass in den zehn Wochen bis dahin noch viel passieren kann. "Es gibt immer die Möglichkeit einer Überraschung im Oktober", sagte der Politikwissenschaftler Tom Smith von der University of Chicago. Mit dem Begriff des "October surprise" wird in der US-Politik ein großes Ereignis oder eine neue Entwicklung bezeichnet, die noch kurz vor der Wahl zu einem Stimmungsumschwung führt. Auf demokratischer Seite könnten das neue Enthüllung über Spenden an Clintons Stiftung sein. Beide Kandidaten treten zudem noch in mehreren TV-Duellen gegeneinander an.

Trotzdem zeigen die Reuters/Ipsos-Simulationen, dass Trump besonders bei Frauen, gemäßigten Republikanern und Minderheiten deutlich an Zuspruch gewinnen muss, wenn er eine Chance auf die Nachfolge von Barack Obama haben will. Selbst eine 100-prozentige Wahlbeteiligung der weißen US-Bürger bei einer gleichzeitigen Halbierung der Beteiligung der Afroamerikaner und Hispanics verglichen mit 2012 würde ihm nicht reichen. Ohne einen neuen Skandal aufseiten Clintons "sehe ich einfach keine Möglichkeit für Trump aufzuholen", sagte Smith.

(Reporter: Chris Khan; geschrieben von Scot W. Stevenson; redigiert von Petra Jasper; Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern +49 69 7565 1312 oder +49 30 2888 5168.)

(Reuters)