Ifo-Institut kritisiert EU-Kurs bei Brexit-Verhandlungen

Die Wirtschaftsforscher des Ifo-Instituts haben die EU vor Brexit-Strafaktionen gegen Grossbritannien gewarnt, weil das Arbeitsplätze in Deutschland gefährden würde. Selbst mit einem umfassenden EU-Freihandelsvertrag würde Deutschland Wertschöpfung verlieren - ohne Vertrag wären die Verluste aber noch höher, sagte der Leiter des Ifo-Zentrums für Aussenwirtschaft, Gabriel Felbermayr, am Freitag in München. "Es braucht daher keine extra Bestrafung, die zwangsläufig auch für Deutschland kostspielig wäre."
28.04.2017 12:16

"Die EU sollte sich daher beim Aufbau von Drohkulissen zurückhalten", sagte Felbermayr. Die von der EU geplante Trennung der Verhandlungen in Scheidung einerseits und neues Freihandelsabkommen andererseits sei problematisch. Ein Abschluss von Teilabkommen führe wahrscheinlich nicht zu guten Ergebnissen. "Wenigstens zum Schluss sollten alle Themen gemeinsam auf den Tisch, um eine Paketlösung zu ermöglichen."

Die EU will ihren Fahrplan am Samstag bei einem Sondergipfel in Brüssel beschliessen. Demnach will sie zuerst über die Zukunft der EU-Bürger in Grossbritannien und die finanziellen Pflichten der Briten gegenüber der EU reden. Erst danach soll es um das von London gewünschte Freihandelsabkommen für die Zeit nach dem EU-Austritt gehen./rol/DP/tos

(AWP)