ILO ruft Arbeitgeber in Sachen Klima zur Verantwortung

Der Generaldirektor der internationalen Arbeitsorganisation ILO, Guy Ryder, hat an die Verantwortlichen auf dem Arbeitsmarkt appelliert, sich den Herausforderungen des Klimawandels zu stellen. Er sagte dies nur wenige Tage nach der Ankündigung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, sich aus dem Pariser Klimaabkommen zurückzuziehen.
05.06.2017 13:11

Bis anhin habe gegolten, dass Beschäftigung und Wachstum im Gegensatz zu Umweltschutz stünden, sagte Ryder zur festlichen Eröffnung der mehrtägigen Konferenz der ILO in Genf. "Wir haben verstanden, dass diese Annahme falsch ist."

Im Gegensatz zum amerikanischen Präsidenten sieht der Generaldirektor der ILO im Klimaschutz eine Chance auf dem Weg hin zu einer gerechteren Arbeitswelt. Dabei leugnet er nicht, dass dieser Wandel auf dem Arbeitsmarkt zu Beeinträchtigungen führen kann. "Beschäftigung wird verloren gehen und Beschäftigung wird neu entstehen", sagte Ryder.

Bereits 2013 war eine Grüne Initiative lanciert worden im Hinblick auf das hundertjährige Jubiläum der ILO 2019. Ryder hatte diese als notwendigen Beitrag zur Arbeitswelt bezeichnet. Er wünschte sich Partnerschaften und Finanzierungen für das Klima, unter anderem einen Grünen Fonds.

Während der nächsten elf Tage versammeln sich in Genf mehr als 4000 Delegierte aus 187 Staaten zur 106. Konferenz der ILO. Die Delegierten sind Regierungsvertreter und Vertreter von Sozialpartnern.

Die Schweiz wird vertreten von Boris Zürcher, beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) Leiter der Direktion für Arbeit, von Blaise Matthey, Generaldirektor des Verbands der Unternehmen aus der Romandie (FER) und von Luca Cirigliano, Zentralsekretär beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB). Bern kandidiert für die Wahl am kommenden Montag in den Rat der ILO für die Periode bis 2020.

Im Zuge der Konferenz wird über das Budget der ILO für die Zeit von 2018 bis 2018 entschieden werden, das mit 797,4 Millionen Dollar veranschlagt ist.

Darüber hinaus wird eine weltweite Vereinbarung behandelt zur sicheren Migration. Dabei stehen Fragen zur Beschäftigung und zu menschenwürdiger Arbeit für Migranten im Vordergrund.

(AWP)