Industrie 4.0 - Eine historische Chance bei Künstlicher Intelligenz

Die geplante deutsch-französische Zusammenarbeit bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz verspricht aus Expertensicht grosse Vorteile für beide Länder.
01.04.2018 07:27
Menschen werden in den verschiedensten Bereichen zusehends von Maschinen ersetzt.
Menschen werden in den verschiedensten Bereichen zusehends von Maschinen ersetzt.
Bild: pixabay.com

"Gemeinsam haben Deutschland und Frankreich die einmalige historische Chance, durch KI bei der zweiten Welle der Digitalisierung international eine Führungsrolle zu übernehmen", sagte der Chef des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), Wolfgang Wahlster, in einem am Donnerstag veröffentlichten Reuters-Interview. Das DFKI ist das weltweit grösse KI-Forschungszentrum.

Eine intensive deutsch-französische Zusammenarbeit haben Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben. Demnach soll ein gemeinsames deutsch-französisches KI-Zentrum errichtet und ein deutscher KI-Masterplan entwickelt werden.

"Wir arbeiten am DFKI seit vielen Jahren sehr eng und vertrauensvoll in vielen Projekten mit dem französischen Forschungsinstitut für Informatik und Automatisierung, INRIA, zusammen", sagte Wahlster. "Ich sehe INRIA und DFKI als die natürlichen Kernpartner für das Deutsch-Französische KI-Zentrum an."

Beide Institute würden erstklassige Grundlagenforschung mit industrieorintierter Anwendung in kurzen Innovationszyklen verbinden. Die neue Generation von KI-Produkten zeichnet sich nach seinen Worten durch Selbstlernfähigkeiten, autonomes und proaktives Verhalten, Benutzeradaption und Selbsterklärungsfähigkeiten aus.

Die Schwerpunkte des künftigen deutsch-französischen Zentrums hängen nach den Worten des DFKI-Chefs von den Konsultationen auf Regierungsebene ab. "Ich habe in den ersten Gesprächen mit Vertretern von INRIA und Cédric Villani als KI-Berater von Präsident Macron vorgeschlagen, KI-Leitprojekte im Bereich Industrie 4.0, der intelligenten Mobilität, der smart Grids, dem Roboter-Einsatz in menschenfeindlichen Umgebungen sowie der Sprachtechnologie gemeinsam im grossen Stil voranzutreiben."

(Reuters)