Internationale Politik - China prüft Vergeltung gegen Ericsson und Nokia im 5G-Streit um Huawei

Die chinesische Regierung erwägt im Streit um den Ausschluss von Huawei aus westlichen 5G-Telekommunikationsnetzen laut einem Pressebericht Gegenmassnahmen gegen die europäischen Ausrüster Ericsson und Nokia.
21.07.2020 06:05
Das Logo von Huawei auf einem Smartphonescreen.
Das Logo von Huawei auf einem Smartphonescreen.
Bild: imago images / ZUMA Press

Falls weitere Länder dem Beispiel von USA und Grossbritannien folgen sollten, Huawei aus ihren 5G-Netzen fernhalten zu wollen, könnte das Pekinger Handelsministerium Exportkontrollgesetze nutzen, um eine Ausfuhr von in China gefertigten Produkten der beiden europäischen Konzerne zu verbieten, berichtete das "Wall Street Journal" ("WSJ") am Montag unter Berufung auf informierte Personen. Allerdings handle es sich dabei um das denkbar schlechteste Szenario, hiess es.

Vergangene Woche hatte Grossbritannien die Beteiligung Huaweis am Aufbau des britischen 5G-Netzes gestoppt. Gründe dafür waren nach Angaben der Regierung neben Sicherheitsbedenken auch die Folgen der kürzlich verhängten US-Sanktionen gegen Huawei. Washington versucht seit Monaten, Druck auf seine Partner auszuüben, Huawei vom Ausbau seiner 5G-Netze auszuschliessen.

Auch in Deutschland und weiteren EU-Ländern gibt es Bedenken gegen den Einsatz von Huawei-Komponenten in Kernbereichen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich aber mit der Haltung durchgesetzt, dass kein Unternehmen per se ausgeschlossen werden soll. Die deutschen Netzbetreiber wehren sich dagegen, Huawei aus dem Kreis der Wettbewerber zu verbannen. Allerdings verwenden weder die Deutsche Telekom noch Vodafone und Telefonica Deutschland Huawei in ihren Kernnetzen.

(AWP)

 
Aktuell+/-%
Deutsche Telekom N14.285-0.42%
Vodafone Group Rg1.031-0.88%
Telefonica Br2.985+0.84%
Ericsson-B N9.314+1.42%
Nokia N3.374+1.17%

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