Intesa Sanpaolo-Chef glaubt nicht an schnelles Ende der Bankenkrise

DÜSSELDORF (awp international) - Der Chef der zweitgrössten italienischen Bank Intesa Sanpaolo, Carlo Messina, rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Bankenkrise in Italien und erwartet weitere Zusammenschlüsse. "Wir haben eindeutig zu viele Banken. Wir müssen Fusionen fördern", sagte Messina der "Wirtschaftswoche". Die Krise der Banken in seinem Land werde noch zwei bis drei Jahre andauern.
17.10.2016 09:47

Am Wochenende hatten die Anteilseigner der Banco Popolare und der Banca Popolare di Milano (BPM) dem geplanten Zusammenschluss zur drittgrössten Bank des Landes zugestimmt. Die Einigung der beiden Volksbanken gilt als wichtiges Signal für den stark zersplitterten Bankensektor Italiens, der nach jahrelanger Wirtschaftskrise auf faulen Krediten von rund 360 Milliarden Euro sitzt. Ein Grossteil dieser Problemforderungen liegt bei den zahlreichen kleinen Instituten des Landes.

Den Anteil der italienischen Banken, die um ihre Existenz kämpfen, bezifferte Messina gegenüber der "Wirtschaftswoche" auf zehn Prozent. Dass seine Bank, die im EZB-Bankenstresstest im Sommer als eine der besseren in Europa abschnitt, sich an italienischen Krisenbanken beteilige, schloss er aus. "Ich werde keine Bank übernehmen, die keinen Wert schafft." Der italienische Bankenrettungsfonds Atlante hingegen sei stark genug, die Krisenbanken des Landes aufzufangen.

Eine weitere Kapitalaufstockung für den von Banken und Versicherern getragenen Fonds lehnt der Manager aber ab. "Wir haben beschlossen, 150 Millionen Euro zusätzlich zu geben, sodass wir am Ende eine Milliarde hineingeben. Aber mehr nicht."/she/men/stb

(AWP)