Investitionen - Iran verhandelt mit europäischen Grossbanken über Finanzierungen

Der Iran hat erneut mit europäischen Banken über die Wiederaufnahme internationaler Finanzierungen verhandelt.
29.04.2017 12:29
Hassan Rouhani steht er vor der Präsidentenwahl am 19. Mai unter massivem Druck.
Hassan Rouhani steht er vor der Präsidentenwahl am 19. Mai unter massivem Druck.
Bild: Bloomberg

Bereits zum vierten Mal trafen sich Vertreter iranischer und europäischer Geldinstitute, wie Medien in Teheran am Samstag berichteten. "Die Zusammenarbeit mit den Banken bleibt auch nach dem Atomdeal ein wichtiges und immer noch ungelöstes Thema", sagte Aussenminister Mohammed Dschawad Sarif.

Trotz des Atomdeals im Juli 2015 und der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran im Januar 2016 meiden europäische Banken aus Furcht vor Zwangsmassnahmen der USA noch immer eine Zusammenarbeit mit Teheran. Obwohl der Iran mit dem internationalen Bankennetzwerk Swift verbunden ist, werden auch die zum Teil schon ausgearbeiteten Handelsprojekte mit europäischen Unternehmen von den Banken nicht finanziert.

Sarif erhob Vorwürfe gegen die USA. Die Vereinigten Staaten gäben den Banken für deren Iran-Geschäfte wegen anderer Sanktionen, die nichts mit dem Atomabkommen zu tun haben, kein grünes Licht.

Zugleich warb der Minister um Vertrauen. "Unsere europäischen Partner sind sich aber der Tatsache bewusst, dass der Iran ein sicherer Ort für ihre Investitionen ist", sagte Sarif der Nachrichtenagentur Irna zufolge.

Das Problem mit den europäischen Banken spielt indirekt auch eine wichtige Rolle bei der Präsidentenwahl am 19. Mai. Denn Präsident Hassan Ruhani konnte viele seiner versprochenen Wirtschaftsreformen, die er über ausländische Investitionen realisieren wollte, nicht umsetzen. Daher steht er vor der Abstimmung unter massivem Druck.

(AWP)