Irans Präsident macht USA für Spannungen in Nahost verantwortlich

Irans Präsident Hassan Ruhani hat den USA vorgeworfen, die Lage im Nahen Osten zu destabilisieren. "Der amerikanische Unilateralismus und die Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder sind eine Bedrohung für die Region und die Welt", sagte Ruhani am Freitag bei einem Treffen der Shanghaier Kooperationsorganisation in Kirgistan. "Die US-Regierung hat in den vergangenen zwei Jahren ihren politischen, finanziellen und militärischen Einfluss ausgenutzt, um alle internationalen Vorschriften zu brechen und sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen."
14.06.2019 12:03

Die USA waren vor einem Jahr aus dem Atomabkommen von 2015 ausgestiegen. Sie setzen den Iran mit Wirtschaftssanktionen massiv unter Druck, um das Abkommen neu zu verhandeln und beispielsweise auch das iranische Raketenprogramm mit einzubeziehen.

Das Wiener Atomabkommen habe gezeigt, dass diplomatische Kanäle besser seien als Krieg und Sanktionen, sagte Ruhani. Er rief zugleich die verbliebenen Teilnehmer des Vertrages - das sind die UN-Vetomächte Russland, China, Frankreich und Grossbritannien sowie Deutschland - dazu auf, ihren Verpflichtungen so schnell wie möglich nachzukommen.

Der Iran war als Beobachter zum Gipfel der Shanghai-Gruppe eingeladen, der auch Länder wie Russland, China, Kasachstan, Pakistan und Usbekistan angehören. Der Iran hofft auf eine Mitgliedschaft./cht/DP/jha

(AWP)