Irans Vizepräsident Dschahangiri: Streit um Atomdeal wegen USA

Irans Vizepräsident hat die EU aufgefordert, im Atomstreit stärker die USA ins Visier zu nehmen. Sie seien das Problem und nicht der Iran, sagte Eshagh Dschahangiri nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA am Dienstag. "Daher sollte die EU auch nicht von uns fordern, dem Atomdeal verpflichtet zu bleiben, sondern von den USA." Das Atomabkommen sei ein historisch wichtiger Deal für Frieden und Sicherheit in der Welt gewesen, den die Amerikaner mit ihrem Ausstieg in Gefahr gebracht hätten. Die USA hätten anders als im Abkommen festgesetzt, Sanktionen gegen den Iran verhängt, "und zwar in einer unmenschlichen Art und Weise".
16.07.2019 12:26

Alle Vertragspartner müssten sich an die Verpflichtungen halten, und nicht nur der Iran, sagte Dschahangiri. Sobald dies der Fall sein sollte, "wird auch der Iran binnen Stunden voll und ganz zum Deal zurückkehren". Wenn nicht, werde auch der Iran schrittweise seine Verpflichtungen aus dem Deal reduzieren.

Mit dem Wiener Atomabkommen von 2015 sollte verhindert werden, dass der Iran Atomwaffen entwickelt. Im Gegenzug sollten Sanktionen und Handelsbarrieren des Westens fallen. US-Präsident Donald Trump verkündete 2018 den Ausstieg der USA aus der Vereinbarung. Die US-Regierung verschärfte ihre Sanktionen, um die Führung in Teheran zum Abschluss eines neuen Abkommens mit schärferen Auflagen zu zwingen. Der Iran hielt sich zunächst weiter an die Auflagen, begann aber im vergangenen Mai mit einem Teilausstieg aus dem Vertrag. Er überschritt unter anderem die vorgeschriebene Obergrenze bei der Anreicherung von Uran.

Deutschland, Frankreich und Grossbritannien hatten den Iran kürzlich erneut eindringlich aufgefordert, die Verstösse gegen das Atomabkommen rückgängig zu machen./str/fmb/DP/fba

(AWP)