Islands Regierung uneinig über mögliche Koppelung der Krone an Euro

Die isländische Regierung ist sich uneinig über Massnahmen zur Stabilisierung der schwankenden Währung. Während Finanzminister Benedikt Johannesson am Montag in Erwägung zog, die isländische Krone an den Euro oder das britische Pfund zu koppeln, wies Regierungschef Bjarni Benediktsson dies zurück.
03.04.2017 17:24

Island war 2008 schwer von der Finanzkrise getroffen worden. Im Zuge der Krise wurden damals drei Banken verstaatlicht, jahrelang galten ausserdem Kapitalkontrollen.

Inzwischen boomt die Wirtschaft aber wieder: Der Tourismus, ein erhöhter Konsum und ein attraktives Umfeld für Investoren stärkten die Krone. Im vergangenen Jahr wuchs die isländische Wirtschaft um satte 7,2 Prozent, allein im letzten Quartal waren es elf Prozent.

Das Pfund, die schwedische Krone und der Euro verloren gegenüber der Krone folglich an Wert, was wiederum dem exportierenden isländischen Fischereisektor Kopfzerbrechen bereitet.

Die derzeitigen Kursschwankungen seien "unhaltbar", daher sei eine Politik nötig, welche die Währung stabilisiere, sagte dazu Finanzminister Johannesson der "Financial Times" vom Montag. Er nannte Dänemark als Vorbild für die Währungsbindung - die dortige Krone war einst an die D-Mark gekoppelt, mittlerweile ist es der Euro.

Regierungschef Benediktsson sagte hingegen der Agentur Bloomberg, er wolle an einem flexiblen Wechselkurs festhalten, damit sich Island besser an Krisen anpassen könne. Die Krone habe beim "Zusammenbruch und der anschliessenden Erholung" in Island unbestritten eine Rolle gespielt, sagte er. Durch die schwache Währung in der Krise sei der Export gestiegen, was wiederum zu einem Aufschwung geführt habe.

Johannesson und Benediktsson sind verwandt, gehören aber verschiedenen Parteien an. Diese bilden zusammen die Regierungskoalition in Island.

(AWP)