Italien greift arbeitslosen Bankern unter die Arme

Italien will Regierungskreisen zufolge den sich abzeichnenden Stellenabbau in der Bankenbranche mit 500 Millionen Euro an öffentlichen Geldern abfedern.
22.10.2016 08:11
Bis 2020 sollen etwa 16'000 Beschäftigte die fünf führenden Banken Italiens verlassen müssen.
Bis 2020 sollen etwa 16'000 Beschäftigte die fünf führenden Banken Italiens verlassen müssen.
Bild: Bloomberg

Damit sollten in den kommenden drei Jahren Vorruhestandsregelungen der Institute unterstützt werden, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Der genannte Betrag solle den Geldhäusern dabei helfen, die Kosten abzudecken, die bei der Trennung von bis zu 25'000 Beschäftigten entstehen.

Bislang haben die Banken die Gelder für solche Zwecke aus eigenen Töpfen bestritten. Doch dort sind einige Mittel abgeflossen nach zahlreichen Frühpensionierungen in den vergangenen Jahren.

"Das Bankensystem ist zentral für die wirtschaftliche Stabilität und die Massnahme der Regierung trägt dem Rechnung", erläuterte der Insider. Das Vorhaben sei Teil der Budgetpläne, die das Kabinett von Ministerpräsident Matteo Renzi vergangenen Samstag gebilligt habe. Demnach sollen dafür im Haushalt für das kommende Jahr 100 Millionen Euro bereitgestellt werden. Für die Jahre 2018 und 2019 sollen es jeweils 200 Millionen sein.

Italiens Banken leiden unter einem gewaltigen Berg an faulen Krediten. Ausserdem ist das Filialnetz in dem Land nach Angaben des Branchenverbandes ABI wesentlich dichter als im europäischen Durchschnitt. Die Gewerkschaft FABI geht davon aus, dass allein bis zum Jahr 2020 etwa 16'000 Beschäftigte die fünf führenden Banken Italiens verlassen werden. Derzeit summieren sich die Mitarbeiterzahlen auf 317'000.

(Reuters)