Italien muss deutlich höhere Zinsen zahlen

ROM/FRANKFURT (awp international) - Der italienische Staat muss als Folge der hohen Unsicherheit vor dem Verfassungsreferendum am kommenden Wochenende deutlich höhere Zinsen für neue Schulden zahlen. Am Dienstag verkaufte die Schuldenagentur vier verschiedene Anleihen mit Laufzeiten von fünf bis zehn Jahren. Die zu zahlenden Zinsen stiegen, verglichen mit früheren Auktionen, spürbar an.
29.11.2016 14:40

Für ein zehnjähriges Papier verlangten Anleger im Schnitt 1,97 Prozent, verglichen mit 1,60 Prozent in einer vorherigen Auktion. Die Rendite eines fünfjährigen Schuldtitels stieg von 0,57 auf 0,91 Prozent. Die Entwicklung ähnelt dem Trend am freien Markt, wo bereits begebene Staatsanleihen gehandelt werden. Dort sind die Risikoaufschläge, die das Land gegenüber als sicher geltenden Papieren wie deutschen Bundesanleihen zahlen muss, in den vergangenen Wochen spürbar gestiegen.

Auch die Preise für Ausfallversicherungen (CDS) auf italienische Anleihen sind zuletzt deutlich gestiegen. Von besonders hohen Niveaus wie in Zeiten der Schuldenkrise 2011/12 sind die Renditen allerdings ebenso weit entfernt wie die CDS-Preise. Ein wichtiger Grund dafür sind die regelmässigen Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB), die Druck auf die Renditen ausüben./bgf/jkr/stb

(AWP)