Italien plant neuen Rettungsfonds für Banken

Die italienische Regierung plant im Ringen um eine Stabilisierung der angeschlagenen Banken einem Pressebericht zufolge einen neuen Rettungsfonds.
06.07.2016 10:06
Italiens Premierminister Matteo Renzi: Muss er wieder Banken retten?
Italiens Premierminister Matteo Renzi: Muss er wieder Banken retten?
Bild: youtube

Dieser solle fünf bis sechs Milliarden Euro schwer sein, schreibt die Zeitung "La Repubblica" (Mittwochausgabe), ohne genaue Quellen zu nennen. Das Geld für den Fonds namens Giasone solle zum einen von der Staatsbank Cassa Depositi und zum anderen aus dem von der Bankenbranche gefüllten Fonds Atlante kommen.

Mit dem Geld könnte sich der Fonds um die faulen Kredite der angeschlagenen Grossbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) kümmern. Zudem sieht der Regierungsplan laut der Zeitung eine Kapitalerhöhung bei der Bank vor. Die Regierung setze sich für eine schnelle Genehmigung auf europäischer Ebene ein, um die Spekulationen an den Börsen einzudämmen. MPS-Aktien hatten in den vergangenen Tagen dramatisch an Wert verloren. Bislang untersagte die EU Italien weitgehend neue Staatshilfen für die Banken.

360 Milliarden faule Kredite

Die Zeitung "Il Sole-24" berichtete, der Fonds Atlante soll MPS mit 1,7 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Atlante war erst im Frühjahr eingerichtet worden, um italienischen Banken beim Abbau ihres rund 360 Milliarden Euro grossen Bergs fauler Kredite zu helfen. Allerdings ist das ursprüngliche Volumen von 4,25 Milliarden Euro schon zur Hälfte aufgebraucht, weil der Fonds Kapitalerhöhungen von zwei angeschlagenen Regionalbanken massgeblich stemmte.

Derweil drängen Investoren zunehmend auf neue Staatsmilliarden für die Banken. So forderte der Vizepräsident des weltgrössten Vermögensverwalters Blackrock, Philipp Hildebrand, in einem Gastbeitrag in der "Financial Times" (Mittwochausgabe) mutige Entscheidungen. Neue Staatsgelder sollten dabei aber mit harten Auflagen zur Bereinigung der Strukturprobleme im Sektor verbunden sein. Dann bestehe auch die Aussicht darauf, die eingezahlten Hilfen irgendwann zurückzubekommen. Die EU sollte diese Hilfen erlauben.

(AWP)