Italien rettet Krisenbank Monte Paschi erneut mit Steuergeld

Die italienische Krisenbank Monte dei Paschi wird erneut vom Staat aufgefangen.
23.12.2016 03:59
Schriftzug der Banca Monte dei Paschi über einer Filiale in Siena.
Schriftzug der Banca Monte dei Paschi über einer Filiale in Siena.
Bild: Bloomberg

Das älteste noch aktive Geldhaus der Welt teilte in der Nacht zu Freitag mit, es werde eine vorsorgliche Rekapitalisierung beantragt. Fast zeitgleich sagte der neue Ministerpräsident des Landes, Paolo Gentiloni, die Regierung habe eine Notfallverordnung verabschiedet. Ein 20 Milliarden Euro schwerer Fonds zur Stabilisierung des Bankensektors solle geschaffen werden und als erstes Monte dei Paschi stützen. Heute sei ein wichtiger Tag für das Geldhaus aus Siena. Es könne nun die Kurve kriegen.

Das 1472 gegründete Institut ächzt wie viele andere italienische Banken unter einem Berg fauler Kredite - Folge der jahrelangen Wirtschaftsflaute. Darlehen im Umfang von fast 360 Milliarden Euro sind in Italien ausfallgefährdet, ein Drittel des Volumens in der Euro-Zone. Die Stabilisierung der Branche hat daher für die neue Regierung Priorität. Monte dei Paschi ist mehrfach als schlechteste Bank durch den EZB-Stresstest gefallen. Auch Missmanagement und unvorteilhafte Übernahmen haben das Geldhaus aus der Toskana in immer größere Schwierigkeiten gebracht.

Monte dei Paschi ist es in den vergangenen Tagen nicht gelungen, zur Sanierung fünf Milliarden Euro bei privaten Investoren einzusammeln. Viele Anleger sind skeptisch, weil trotz mehrerer Kapitalerhöhungen in der Vergangenheit immer neue Löcher in der Bilanz zu stopfen waren und der Rücktritt des Gentiloni-Vorgängers Matteo Renzi für politische Verunsicherung gesorgt hatte.

Laut Monte-Paschi-Management kann es jetzt ohne Hilfe von außen in etwa vier Monaten Zahlungsschwierigkeiten geben. Deswegen muss der Staat einspringen - bereits zum dritten Mal seit 2009. Nach den neuen EU-Regeln zur Rettung maroder Banken müssen bei Staatshilfen aber auch private Investoren bluten. Das ist bei Monte dei Paschi ein sensibles Thema, weil hier besonders viele Kleinanleger engagiert sind. Sie geben an, von den Risiken nichts geahnt zu haben.

Nach Angaben der Regierung müssen viele Details der Rettung noch ausgearbeitet werden. Kleinanleger sollen aber im Vergleich mit Profi-Investoren bevorzugt werden.

(Reuters)