Italien und Österreich: Richtungsweisende Urnengänge haben begonnen

Italien stimmt über die Staatsreform ab, Österreich wählt einen neuen Präsidenten. Beide Wahlen sind für die EU richtungsweisend. Aus Wien kommen um 17.15 erste Hochrechnungen, Rom meldet Resultate erst früh am Montag.
04.12.2016 12:48
Matteo Renzi will zurücktreten, wenn die Italiener seinen Reformvorschlag versenken.
Matteo Renzi will zurücktreten, wenn die Italiener seinen Reformvorschlag versenken.
Bild: Bloomberg

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi hat beim Verfassungsreferendum seine Stimme abgegeben. Der Parteichef der Sozialdemokraten (PD) wählte am Sonntagvormittag mit seiner Frau, der Lehrerin Agnese Landini, in Pontassieve bei Florenz.

Die Wahllokale sind bis 23.00 Uhr geöffnet, erste Ergebnisse werden in der Nacht zum Montag erwartet. Die Abstimmung über Renzis Reform der Verfassung wird auch über das politische Schicksal des Regierungschefs entscheiden. Begleitet von Dutzenden Kamerateams aus aller Welt haben derweil die beiden Kandidaten bei der Bundespräsidentenwahl in Österreich am Sonntag ihre Stimme abgegeben. Beide zeigten sich zuversichtlich.

"Ich bin ruhig und zuversichtlich", sagte der FPÖ-Kandidat Norbert Hofer in seinem Heimatort Pinkafeld im Burgenland. Da die Meinungsforscher ein knappes Rennen vorhersagten, müsse man fast davon ausgehen, dass es nicht knapp werde, meinte der 45-jährige Rechtspopulist unter Anspielung auf jüngste Blamagen der Demoskopen.

Tiefere Wahlbeteiligung in Österreich

Er wiederholte seine Aussage, dass er keinen Öxit anstrebe: "Ich will nicht aus der EU austreten." Nur bei einem EU-Beitritt der Türkei oder einer Entwicklung hin zu einer zentralistischen EU wäre er für eine Volksbefragung.

Der Grünen-nahe Alexander Van der Bellen ist nach eigenen Worten ebenfalls zuversichtlich. "Aber man kann nie sicher sein", sagte er nach dem Verlassen seines Wahllokals in Wien. Es sei eine richtungsweisende Wahl für Europa, sagte der EU-Anhänger.

Die meisten der 10'300 Wahllokale schliessen um 17.00 Uhr. Gegen 17.15 Uhr wird eine erste Hochrechnung erwartet. Die Experten gehen davon aus, dass die Wahlbeteiligung dieses Mal etwas niedriger ausfällt als bei der annullierten Wahl am 22. Mai, als 72,7 Prozent der Bürger abstimmten.

(SDA)