IW-Studie: Bei hartem Brexit drohen Firmen Kosten in Milliardenhöhe

Ein ungeregelter Austritt Grossbritanniens aus der Europäischen Union (EU) hätte nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) massive Auswirkungen auf die Handelsbeziehungen und Kosten in Milliardenhöhe zur Folge. Wenn es zu einem sogenannten "harten Brexit" komme, müsste die Wirtschaft auf beiden Seiten des Kanals die fälligen Zölle stemmen, heisst es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung des Kölner Forschungsinstituts, das als arbeitgebernah gilt.
09.10.2018 11:16

Sollte im Fall eines harten Brexits der Handel zwischen der EU und Grossbritannien über die Regeln der Welthandelsorganisation abgewickelt werden, dann könnte die EU Zölle in Höhe von durchschnittlich 2,8 Prozent auf britische Exporte und das Vereinigte Königreich im Gegenzug Zölle von 3,6 Prozent auf EU-Exporte erheben. Auf Einfuhren aus Deutschland würde London sogar Zölle in Höhe von durchschnittlich 4,3 Prozent verlangen können.

Sollten die Handelsströme nach dem Brexit unverändert weiterlaufen, rechnen die IW-Experten für die Firmen in der EU mit Mehrkosten von mehr als zehn Milliarden Euro pro Jahr. Auf deutsche Firmen kämen zusätzliche Kosten von mehr als drei Milliarden Euro zu. Nach Einschätzung der IW-Experten dürften vor allem die deutschen Autobauer unter einem harten Brexit leiden.

Die IW-Experten gehen allerdings davon aus, dass die Unternehmen auf einen harten Brexit reagieren werden. Demnach sei mit Preiserhöhungen und mit einer Verlagerung von Warenströmen zu rechnen. In Folge dieser Veränderungen könnte der Handel zwischen dem Königreich und der EU um bis zu 50 Prozent einbrechen, warnten die IW-Experten und sprachen von einem "Horrorszenario"./jkr/jsl/jha/

(AWP)