IWF-Chefin Lagarde verschiebt Reise nach Saudi-Arabien

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat ihre geplante Reise in den Nahen Osten verschoben, wo sie an einer grossen Investoren-Konferenz in Saudi-Arabien teilnehmen wollte. Das teilte ein IWF-Sprecher am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington mit. Noch vor wenigen Tagen hatte Lagarde erklärt, sie werde trotz erheblicher Vorwürfe gegen die politische Führung des Königreichs in Zusammenhang mit dem Verschwinden des Journalisten Dschamal Chaschukdschi nach Riad reisen.
17.10.2018 06:35

"Die ursprünglich geplante Reise der Managing-Direktorin in die Nahost-Region wird verschoben", sagte ein Sprecher des IWF, ohne weitere Angaben zu machen. Am 23. Oktober soll eine grosse Investorenkonferenz mit einem Grossaufgebot an Prominenz aus Wirtschaft und Politik in Riad steigen. Nach den Vorkommnissen um Chaschukdschi hagelte es jedoch bereits Absagen.

Unter anderem haben der Chef der Grossbank HSBC , John Flint, sowie die Vorstandsvorsitzenden des Unterhaltungskonzern Viacom und vom Fahrdienstleister Uber abgesagt. Auch der britische Grossinvestor Richard Branson hatte bereits zurückgezogen. Auch zahlreiche Medien werden dem Treffen fernbleiben.

Bisher nicht offiziell abgesagt haben unter anderem US-Finanzminister Steven Mnuchin und der Vorstandsvorsitzende von Siemens, Joe Kaeser. Von Siemens hatte es am Dienstag geheissen, man beobachte die Situation noch. CS-Chef Tidjane Thiam wird offenbar ebenfalls nicht nach Saudi-Arabien fahren./dm/DP/zb

(AWP)