IWF-Entscheidung über Griechenland-Hilfen womöglich erst 2017

Brüssel (awp/sda/dpa) - Die in Europa dringend erwartete Entscheidung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Beteiligung am laufenden Griechenland-Rettungsprogramm könnte sich weiter verzögern. Frühestens im Januar sei mit einem Beschluss des IWF zu rechnen, meldete der "Spiegel" am Samstag aus dem Kreis der Euro-Finanzminister.
12.11.2016 23:03

Aus deren Umfeld wurde der Nachrichtenagentur dpa bestätigt, dass die bis Ende Dezember erhoffte Entscheidung keinesfalls sicher ist. Noch Anfang der Woche hatte es nach einer Sitzung der Eurogruppe geheissen, man hoffe auf Klarheit bis Jahresende.

Die Frage ist unter anderem für Deutschland politisch brisant: Beim Beschluss des Rettungsprogramms 2015 wurde angenommen, dass der IWF sich weiter finanziell beteiligt. Das ist Deutschland wichtig, weil die Washingtoner Institution als erfahren und disziplinierend gilt. Zudem bedeutet ihr finanzieller Beitrag eine Entlastung für die europäischen Gläubiger.

Dieser Beitrag soll aber, wenn er überhaupt kommt, geringer ausfallen als ursprünglich gedacht. "Spiegel"-Informationen, dass es statt um bis zu 16 Milliarden Euro nur um einen einstelligen Milliardenbetrag gehe, wurden der dpa bestätigt. Das 2015 beschlossene Griechenland-Programm umfasst bis zu 86 Milliarden Euro.

Hintergrund der Hängepartie ist Streit zwischen IWF und den europäischen Gläubigern über weitere Erleichterungen für Athen. Der Währungsfonds bezweifelt, dass die griechischen Schulden von 315 Milliarden Euro "tragfähig" sind, dass also Athen aus eigener Kraft jemals davon herunter kommt.

Deutschland will aber jetzt nicht über Schuldenerleichterungen reden. Das überschuldete Euro-Land hängt seit 2010 am Tropf internationaler Geldgeber.

(AWP)