IWF hält Schuldenerlass für Griechenland für unumgänglich

Selbst wenn Griechenland alle geplanten Strukturreformen und Sparmassnahmen umsetzt, ist ein weiterer Schuldenerlass seitens der Gläubiger aus Sicht des Internationalen Währungsfonds unumgänglich.
25.09.2016 14:11
Griechenland steht noch immer vor massiven Problemen.
Griechenland steht noch immer vor massiven Problemen.

Dies ist das Ergebnis einer Prüfung des hoch verschuldeten Landes durch den IWF in der vergangenen Woche. Die Schulden Athens seien trotz aller bisherigen Reformen weiter gestiegen - was belege, dass die griechische Wirtschaftsleistung nicht mit den anspruchsvollen Massnahmen in Einklang zu bringen sei, teilte der Fonds am Wochenende mit.

Die Ziele der Gläubiger seien unrealistisch, heisst es darin weiter. Es könne angesichts der wirtschaftlichen Situation mit einer zweistelligen Arbeitslosenquote nicht davon ausgegangen werden, dass Griechenland "einfach aus seinen Schulden herauswächst". Um wieder ein nachhaltiges Wachstum zu erlangen, seien weitere Schuldenerleichterungen notwendig.

Der IWF kritisiert schon lange, dass die internationalen Gläubiger davon ausgehen, Griechenland könne dauerhaft einen Primärüberschuss - also eine positive Haushaltsbilanz ohne Berücksichtigung von Schuldenlasten - von 3,5 Prozent erreichen.

Aber nicht nur von den Gläubigern, sondern auch von dem Land selbst verlangt die Institution weitere Anstrengungen. Zwar habe Griechenland enorme Opfer gebracht, um so weit zu kommen, wie es jetzt sei. Dennoch seien weitere umfassende Massnahmen unumgänglich, darunter erneute Rentenkürzungen, die Abschaffung vieler Steuererleichterungen sowie weitere Arbeitsmarktreformen.

(AWP)