IWF ist skeptisch - Die Gefahr einer Zinswende in Europa

Trotz zuletzt deutlich gestiegener Inflationsraten warnt der Internationale Währungsfonds (IWF) vor einer baldigen Zinswende in Europa.
29.05.2017 05:55
Aus Berlin kommt immer wieder der Ruf nach dem Ende der lockeren EZB-Geldpolitik.
Aus Berlin kommt immer wieder der Ruf nach dem Ende der lockeren EZB-Geldpolitik.
Bild: Pixabay

IWF-Finanzmarktchef Tobias Adrian sagte dem Magazin "Focus" laut Vorabbericht vom Samstag: "Wir sind noch etwas entfernt von einer nachhaltigen Kehrtwende im Inflationsverlauf." Der IWF erwarte, dass sich die Teuerungsrate im Euroraum ab Mai wieder abschwächen und "deutlich unter dem Zielwert der EZB von unter, aber nahe zwei Prozent bleiben wird".

Ausserdem sei die Kerninflationsrate mit ungefähr 1,2 Prozent "immer noch sehr niedrig". Deswegen bestehe keine Notwendigkeit, die Zinsen anzuheben.

Zuletzt waren angesichts der anziehenden Konjunktur vor allem aus Deutschland die Rufe nach einer Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik wieder lauter geworden. Bislang plant die Europäische Zentralbank (EZB), noch bis mindestens Ende Dezember Wertpapiere im Umfang von 60 Milliarden Euro pro Monat aufzukaufen, um damit die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflationsrate nachhaltig nach oben zu treiben.

Zudem halten die Währungshüter die Zinsen auf dem Rekordtief von null Prozent, um für günstige Finanzierungsbedingungen zu sorgen.

(Reuters)