IWF optimistisch für Griechenland-Lösung im Juni

Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist optimistisch, dass im seit Monaten schwelenden Streit um weitere Griechenland-Hilfen bald eine Lösung ansteht. "Alle sind zuversichtlich, dass eine Lösung möglich ist und dass sie hoffentlich beim nächsten Treffen der Eurogruppe in ein paar Wochen erreicht sein wird", sagte IWF-Sprecher Gerry Rice am Donnerstag in Washington. Ähnlich hatten sich die Finanzminister der Eurogruppe nach ihrer jüngsten Sitzung in der Nacht zum Dienstag geäussert.
25.05.2017 16:42

Es gebe eine Reihe von Optionen, wie dies geschafft werden könne. "Wir prüfen alle", sagte Rice. Er bekräftigte auch am Donnerstag die seit langem vertretene IWF-Position, dass eine nachhaltige Lösung für Griechenlands Schuldenproblem auf den Tisch müsse. "Wir brauchen weitere Spezifizierungen."

Den Schuldenabbau über einen hohen Primärüberschuss - ein Haushaltsplus ohne die auf laufende Kredite entfallenden Zinsen und Tilgungen - von 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung zu betreiben, sei der griechischen Bevölkerung langfristig nicht zumutbar. "Es würde ein zu hohes Mass an Austerität (Sparpolitik) für das griechische Volk bedeuten."

Rice widersprach Medienberichten nicht, wonach es ein Lösungsweg sein könnte, dass sich der IWF zunächst nicht finanziell an dem Rettungspaket beteiligt und damit bis nach der Bundestagswahl in Deutschland am 24. September wartet. Der Bundestag hatte beschlossen, dass Deutschland sich nur dann an weiteren Griechenland-Hilfen beteiligen kann, wenn auch der IWF im Boot ist.

Das hat Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in eine Zwickmühle manövriert. Er hat bei der Frage der Nachhaltigkeit der griechischen Schulden eine deutlich andere Position als der IWF. Andererseits ist Schäuble auf den Fonds angewiesen, weil er an den Bundestagsbeschluss gebunden ist./dm/DP/jha

(AWP)