Jackson-Hole-Rede - Fed-Chef Powell sieht Wirtschaft in gutem Zustand

Kein Paukenschlag von US-Notenbankchef Jerome Powell: Börsianer vermissen in der Rede klarere Hinweise zum künftigen geldpolitischen Kurs. Powell sagte, die US-Wirtschaft sei in einer günstigen Lage.
23.08.2019 17:05
Die Rede von US-Notenbank-Chef Jerome Powell in Jackson Hole befriedigte Börsianer und den US-Präsidenten nicht.
Die Rede von US-Notenbank-Chef Jerome Powell in Jackson Hole befriedigte Börsianer und den US-Präsidenten nicht.
Bild: Bloomberg

Powell sieht zwar "signifikante Risiken" für die amerikanische Wirtschaft. Insgesamt befinde sich die Konjunktur aber in einem "günstigen Zustand", sagte er am Freitag auf der renommierten Notenbankkonferenz in Jackson Hole. Man sei bereit "angemessen zu handeln, um den Aufschwung zu stützen."

Powell verwies auf die Unsicherheit die von der Handelspolitik ausgehe. Diese scheine eine Rolle bei der weltweiten Abschwächung zu spielen. Zudem belaste sie die Industrie und die Investitionen in den USA. Die Berücksichtigung von "Unsicherheit durch Handelspolitik in diesem Rahmen ist eine neue Herausforderung", sagte der Fed-Vorsitzende. Am Freitag hatte sich der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter verschärft, da Peking neue Vergeltungszölle ankündigte.

Signale für Abschwächung der Weltwirtschaft

Die Zeit seit der letzten Sitzung war laut Powell "ereignisreich". Man habe zudem weitere Signale für eine Abschwächung der Weltwirtschaft gesehen. Powell verwies ausdrücklich auf Deutschland und China. Auch die höhere Wahrscheinlichkeit für einen harten Brexit, die Lage in Hongkong und das Ende der italienischen Regierung belasteten.

Auf der jüngsten Sitzung Ende Juli hatte die US-Notenbank ihren Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,00 bis 2,25 Prozent gesenkt. Zugleich jedoch trat Notenbankchef Jerome Powell Erwartungen entgegen, wonach die Fed ihre Leitzinsen deutlich reduzieren könnte.

Umgehende Breitseite Trumps

Die US-Notenbank steht derzeit unter grossem Druck. Fast täglich greift US-Präsident Donald Trump die Fed an und fordert deutliche Leitzinssenkungen. Nach der stellte Trump die Frage, ob Powell oder der chinesische Präsident Xi Jinping der grössere Feind sei.

Die Finanzmärkte reagierten zunächst kaum, da die Aussagen wenig Neuigkeitswert enthielten. Erst im weiteren Handelsverlauf legte der Eurokurs zu und erreichte ein Tageshoch.

(AWP/Reuters)