Japan: Brexit treibt japanische Firmen auf den Kontinent

Japan hat angesichts des Brexit-Votums vor einem Abzug zahlreicher japanischer Firmen aus Großbritannien gewarnt.
04.09.2016 17:30
Japans Regierugnschef Shinzo Abe während einre Pressekonferenz in London früher in diesem Jahr.
Japans Regierugnschef Shinzo Abe während einre Pressekonferenz in London früher in diesem Jahr.
Bild: Bloomberg

Gerade Banken könnten zu einem Umzug in ein EU-Land gezwungen sein, wenn Großbritannien die Gemeinschaft verlassen, heißt es in einem am Wochenende veröffentlichten Bericht einer Regierungskommission. Diese sieht auch das Risiko, dass Pharmafirmen und deren Forschungsabteilungen die Insel verlassen könnten, wenn die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) auf den Kontinent umzieht. Die EMA ist eine EU-Organisation, die die zentrale Rolle bei Arzneimittel-Zulassungen in Europa spielt.

Viele japanischen Banken aber auch der Autokonzern Nissan haben ihren europäischen Sitz in Großbritannien. Nach Angaben der Kommission floss vergangenes Jahr zudem fast die Hälfte der Investitionen Japans in Europa auf die Insel. Die japanischen Firmen hätten dort insgesamt fast 440.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Die Briten hatten im Juni in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit für den Austritt aus der EU gestimmt. Ob sie beispielsweise dennoch weiter Zugang zum europäischen Binnenmarkt mit seinem zollfreien Warenverkehr bekommen, muss in den Austrittsverhandlungen geklärt werden.

(Reuters)