Japan kürzt Wachstumsprognose - Industrieproduktion sinkt deutlich

TOKIO/FRANKFURT (awp international) - Japans Wirtschaft kommt trotz einer extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank nicht richtig in Schwung. Für das laufende Fiskaljahr (ab April) hat die Regierung der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt ihre Wachstumsprognose spürbar gesenkt. Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde nur noch ein Plus von 0,9 Prozent erwartet, hiess es in einer am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung. Im Januar hatte die Regierung in Tokio noch ein Wachstum von 1,7 Prozent für das laufende Fiskaljahr erwartet.
13.07.2016 11:50

Ganz ähnlich fiel die neue Prognose für die Preisentwicklung aus. Demnach sollen die Verbraucherpreise im laufenden Fiskaljahr nur noch um 0,4 Prozent zulegen. Zuvor war die Regierung noch von einer Inflationsrate von 1,2 Prozent ausgegangen. Seit geraumer Zeit pumpt die japanische Notenbank mit massiven Anleihekäufen Geld in den Markt, um die Wirtschaft anzukurbeln und die Inflation stärker anzuschieben. Der Erfolg der extrem lockeren Geldpolitik hält sich aber in Grenzen.

Nach dem Wahlsieg seines Regierungslagers am vergangenen Wochenende hatte Japans rechtskonservativer Ministerpräsident Shinzo Abe umgehend ein neues milliardenschweres Konjunkturprogramm angekündigt. Jüngste Konjunkturdaten waren am Mittwochmorgen enttäuschend ausgefallen. Demnach war die Industrieproduktion im Mai um revidiert 2,6 Prozent im Monatsvergleich gefallen und damit etwas stärker als in einer ersten Schätzung gemeldet./jkr/bgf/fbr

(AWP)