Job-Garantien Knackpunkt bei Opel-Übernahme

Der französische Autokonzern Peugeot PSA ist bei der angestrebten Übernahme von Opel offensichtlich zu weitreichenden Beschäftigungszusagen bereit. Die deutsche Regierung bestätigte allerdings einen Bericht der "Bild am Sonntag" nicht, wonach PSA ihr schon versichert habe, die Verträge mit der Opel-Belegschaft einzuhalten.
19.02.2017 14:13

Danach wären betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2018 ausgeschlossen. Nach Angaben von Regierungs-Insidern gibt es aber Signale, dass PSA der Forderung nach einer Sicherung der vier Opel-Standorte sowie von Jobs und Tarifverträgen offen gegenübersteht.

Die Franzosen müssten aber auch noch mit der britischen Regierung über die dortigen Vauxhall-Standorte reden und ein Gesamtpaket für den Kauf der beiden GM-Töchter schnüren.

PSA-Generalsekretär Olivier Bourges hatte sich am Donnerstag im Berliner Kanzleramt mit dem Opel-Beauftragten von Bund und Ländern, Matthias Machnig, Verkehrsstaatssekretär Michael Odenwald und dem Wirtschaftsberater der Bundeskanzlerin, Lars-Hendrik Röller, getroffen. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries hatte danach ausdrücklich nicht von einer Übernahme, sondern von einem Zusammenschluss gesprochen.

Zusammenschluss als Chance

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, sprach von "Signalen, dass durch die Übernahme keine Standorte in Deutschland geschlossen werden sollen." Opel hat 18'000 Beschäftigte in Deutschland. Die laufenden Vereinbarungen mit der Belegschaft sehen vor, dass mindestens bis 2020 in alle vier Standorte investiert wird.

GM hatte vor wenigen Tagen erklärt, Opel nach jahrelangen Verlusten an Peugeot verkaufen zu wollen. Die Nachricht löste in Deutschland Sorgen um die Arbeitsplätze bei Opel aus.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann bezeichnete den geplanten Zusammenschluss als Chance. Auch der Betriebsrat begrüsste das Vorhaben, machte seine Zustimmung aber von der Sicherung der Arbeitsplätze abhängig. Kanzleramtsminister Peter Altmaier sagte der "Bild am Sonntag", die deutsche Bundesregierung dringe darauf, dass die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Opel gewahrt blieben.

Zypries will nächsten Donnerstag im Paris mit der französischen Regierung über die Übernahmepläne von PSA sprechen. Der französische Staat ist einer der grössten Aktionäre des Konzerns.

(AWP)