Johnson widerspricht Macron bei Mercosur-Abkommen

Grossbritanniens Premierminister Boris Johnson ist gegen ein Veto zum Handelsabkommen der EU mit Brasilien und den weiteren Mercosur-Staaten wegen der Waldbrände im Amazonasgebiet. Es gebe alle möglichen Leute, die den Handel beeinträchtigen oder Handelsabkommen vereiteln wollten, sagte Johnson am Samstag bei seiner Ankunft zum G7-Gipfel in Biarritz auf die Frage, ob man Handelsabkommen mit Brasilien angesichts der Brände zustimmen solle. Er wolle solch ein Vorgehen nicht sehen.
24.08.2019 18:51

Damit widersprach Johnson unter anderem dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der Druck auf Brasilien ausüben und so zu einem stärkeren Schutz des Regenwalds bringen will. Frankreich und Irland drohen angesichts der Brände mit einem Veto gegen das geplante Handelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, sollte Brasilien sich nicht zu einem stärkeren Schutz des Waldes bekennen. Johnson sagte bei seiner Ankunft aber auch, auf dem Gipfel müsse sichtbar gemacht werden, was die Menschheit der Natur antue.

Im Amazonasgebiet wüten derzeit die stärksten Waldbrände seit Jahren. Bislang gibt es nur eine informelle Grundsatzeinigung über den Abschluss des Abkommens, der offizielle EU-Beschluss dazu steht noch aus. Er muss einstimmig getroffen werden. Zudem ist eine Zustimmung des EU-Parlaments und von Parlamenten der Mitgliedstaaten notwendig, bevor das Abkommen in Kraft treten kann./trs/DP/zb

(AWP)