Juli-Zinssitzung - EZB hält Kurs auf weniger lockere Geldpolitik

Die Europäische Zentralbank (EZB) bleibt trotz des ungelösten Handelskonflikts der USA mit China und anderen Ländern auf ihrem Kurs in Richtung einer weniger lockeren Geldpolitik.
23.08.2018 15:55
Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, wo jeweils die Zinssitzungen des EZB-Rates stattfinden.
Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, wo jeweils die Zinssitzungen des EZB-Rates stattfinden.
Bild: Pixabay

Die Euro-Wächter wiesen auf ihrer jüngsten Zinssitzung im Juli zwar auf die Gefahr einer Eskalation des Handelsstreits hin, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll des Treffens hervorgeht. Dies könnte aus ihrer Sicht die allgemeine Zuversicht in die Wirtschaft weltweit eintrüben.

Dennoch waren die Ratsmitglieder der Auffassung, dass das Wachstum im Euroraum anhalten werde. Zudem seien die Unsicherheiten bezüglich der Inflationsaussichten für den Währungsraum gesunken.

Geldpolitische Unterstützung immer noch nötig

Die EZB hatte in Aussicht gestellt, ihre vor allem in Deutschland umstrittenen Anleihenkäufe bis zum Jahresende einzustellen. Dann werden sie voraussichtlich ein Volumen von 2,6 Billionen Euro erreicht haben. Die Leitzinsen wollen sie noch bis mindestens über den Sommer 2019 hinaus auf dem aktuellen Niveau von 0,0 Prozent halten. Auf diesem Rekordtief liegen sie bereits seit März 2016.

Auf ihrer Juli-Sitzung herrschte zudem unter den Ratsmitgliedern laut Protokoll weitgehend Einigkeit, dass ein grosses Ausmass an geldpolitischer Unterstützung immer noch notwendig sei, damit sich mehr Inflationsdruck aufbaut. Es sei ausserdem wesentlich, dass sich die Geldpolitik in der kommenden Zeit ausreichend Flexibiltät bewahre.

(AWP/AWP/SDA/REU)