Juncker: EU muss 'Zähne zeigen' gegen unfaire Handelspraktiken

Die Europäische Union sollte nach Ansicht ihres Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker anderen Staaten Paroli bieten, die auf den Weltmärkten mit unredlichen Methoden Handel treiben. "Wir müssen weiterhin unsere Zähne zeigen und gegen unfaire Handelspraktiken vorgehen, wie wir es zum Beispiel mit der Einführung von Antidumpingzöllen auf chinesischen Stahl, auf Mais aus Thailand oder Biodiesel aus den USA, Argentinien und Indonesien getan haben", schrieb er in einem Gastbeitrag für den "Kölner Stadt-Anzeiger" (Donnerstag) zum Beginn des EU-Gipfels in Brüssel an diesem Donnerstag.
09.03.2017 06:35

Juncker wendet sich darin aber zugleich entschieden gegen "Isolationismus und Protektionismus". Die europäische Industrie sei wegen ihrer internationalen Vernetzung von freiem, fairem und nachhaltigem internationalem Handel abhängig. Juncker lobt insbesondere Ceta, das neue Handelsabkommen der EU mit Kanada. Die Abschaffung der Zölle im Handel mit Kanada werde dazu führen, dass europäische Unternehmen 500 Millionen Euro Kosten sparen könnten.

Vor Beginn des Brüsseler Treffens am Nachmittag gibt Kanzlerin Angela Merkel morgens im Bundestag eine Regierungserklärung ab. Dabei dürfte auch die Debatte über die Zukunft der Gemeinschaft nach dem Ausscheiden Grossbritanniens eine Rolle spielen. Beim Frühjahrsgipfel der EU stehen die Themen Wirtschaft, Wachstum und Beschäftigung traditionell im Zentrum./toz/DP/zb

(AWP)