Juncker nennt Brexit einen "traurigen Moment"

Zum Auftakt der 60-Jahr-Feier der EU in Rom hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sein Bedauern über das Ausscheiden Grossbritanniens aus der Gemeinschaft ausgedrückt. "Der Brexit ist ein trauriger Moment. Ich denke, dass der Brexit, der Austritt Grossbritanniens, eine Tragödie ist", sagte er am Samstag bei seinem Eintreffen im Kapitol in Rom.
25.03.2017 11:21

"Ich finde mich eigentlich nicht damit ab, dass die Briten aus der Europäischen Union auszutreten beabsichtigen. Ich halte das für sehr bedauerlich", sagte Juncker weiter.

Der österreichische Kanzler Christian Kern forderte seinerseits mehr gemeinsames Engagement. "Alleine haben wir keine Perspektiven." Europa sei nur stark, wenn sich die Länder zusammentun. Es müsse eine solidarische Gemeinschaft sein.

Die Staats- und Regierungschefs der verbleibenden 27 EU-Ländern kamen zusammen, um das 60. Jubiläum der Römischen Verträge und somit die Grundsteinlegung der Union zu feiern.

Die britische Premierministerin Theresa May nimmt an den Feierlichkeiten in Rom nicht teil, sie will am kommenden Mittwoch den offiziellen EU-Austrittsantrag in Brüssel einreichen.

Papst fordert Solidarität

Am Vorabend hatte Papst Franziskus den EU-Staats- und Regierungschefs ins Gewissen geredet und sie zu Solidarität und Zusammenhalt aufgerufen.

Bei einer Audienz im Vatikan sagte er, Solidarität sei das wirksamste Heilmittel gegen die modernen Formen des Populismus, dürfe aber nicht nur aus Worten bestehen.

"Die Solidarität ist nicht nur ein guter Vorsatz. Sie ist gekennzeichnet durch konkrete Taten und Handlungen", betonte Papst Franziskus. Populistische Strömungen seien dagegen "Blüten des Egoismus".

(AWP)