Juncker: TTIP senkt Gesundheitsvorschriften bei der Arbeit nicht

Genf (awp/sda) - Das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA führt nicht zu einer Senkung der Gesundheitsnormen in der Arbeitswelt. Das versicherte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker am Donnerstag vor dem Gipfel der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) in Genf.
09.06.2016 18:56

Der Freihandelsvertrag TTIP respektiere die fundamentalen von der ILO verteidigten Rechte. Das gelte auch für internationale Wertschöpfungsketten. Die EU werde den sozialen Dialog in Europa aber neu lancieren.

Es sei Zeit, dass die EU im Sozialrating "Triple A" erhalte. Noch sei man weit davon entfernt, räumte der Luxemburger vor dem 105. Arbeitsgipfel der ILO ein.

Und solange die Krise nicht bewältigt sei, gebe es auch keine Vollbeschäftigung. Die Jugendlichen von heute und morgen hätten aber ein Recht auf einen Arbeitsplatz, sagte Juncker zum Kongressthema der Jugendarbeitslosigkeit.

Ein weiteres Thema ist das Problem der entsandten Arbeitskräfte. Diese müssten für die gleiche Arbeit den gleichen Lohn erhalten, verlangte Juncker.

ILO-Generaldirektor Guy Ryder verlangte Investitionen in die Jugend und die Gesellschaft. Die Generalsekretärin des Internationalen Gewerkschaftsbunds Sharan Burrow schloss sich dem an. Sie rief die Unternehmen dazu auf, sich für die Berufsbildung einzusetzen und die informelle Wirtschaft anzuerkennen.

Die Generalsekretärin der Internationalen Angestelltenorganisation, Linda Kromjong, trat für eine Partnerschaft von Staat und Wirtschaft in diesen Themenkreisen ein.

(AWP)